Schwedischer Autobauer: Saab-Chef Muller gibt nicht auf

Schwedischer Autobauer: Saab-Chef Muller gibt nicht auf

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Victor Muller, Spyker Chief Executive and Chairman of Saab Automobile,. REUTERS/Bjorn Larsson Rosvall/Scanpix (

von Rebecca Eisert

Saab-Chef Muller will einfach nicht aufgeben und einen neuen Antrag auf Gläubigerschutz stellen. Ob das Saab noch retten kann?

Der vom Aus bedrohte Autobauer Saab will vor Gericht erneut um Gläubigerschutz kämpfen. Saab hatte den Schutz beantragt, um das Unternehmen unter Führung eines vom Gericht bestellten Verwalters zu sanieren und eine Insolvenz zu vermeiden.

Am Donnerstag hatten ein Richter und seine zwei Beisitzer am kleinen westschwedischen Amtsgericht Vänersborg den ersten Antrag auf Gläubigerschutz abgelehnt. „Das war schon eine sehr schwere Entscheidung“, bekannte Richter Gunnar Krantz und dürfte dabei auch an den Stolz in Schweden auf die heimische Autoindustrie mit ihren weltweit geachteten Marken Volvo und eben Saab gedacht haben. Doch „Es erscheint dem Gericht alles in allem unklar, wie das Unternehmen seine Finanzkrise lösen und die eigenen Aktivitäten fortsetzten.“

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Gewerkschaften bereiten Insolvenzanträge vor

Stolz und Blütenträume konnten in den Augen der Richter eben nicht astronomisch hohe Schulden, komplett leere Kassen und vage Aussichten auf neue Investoren aus China als Rettungsanker aufwiegen. Die jetzigen kurzfristigen Schulden beziffert Saab auf umgerechnet 769 Millionen Euro (6,9 Milliarden Kronen). Im vergangenen Jahr setzte das Unternehmen nur noch 30 000 und im ersten Halbjahr 2011 lediglich 13 000 Autos ab.

Die Produktion in Trollhättan steht seit fünf Monaten wegen Geldmangels still. Saab konnte Ende August zum dritten Mal in Folge die Löhne und Gehälter für die 3.700 Beschäftigen nicht pünktlich zahlen. Jetzt stehen Insolvenzanträge der Gewerkschaften ins Haus. Nur so können sie die Auszahlung der Augustlöhne durch einen staatlichen Garantiefonds sichern.  Zum voraussichtlichen Zeitpunkt hieß es, die Anträge könnten innerhalb weniger Arbeitstage vor Gericht eingereicht werden. Auch aus Kreisen der insgesamt mehr als 800 Zulieferer gelten baldige Insolvenzanträge als wahrscheinlich.

Chinesische Millionen lassen auf sich warten

Doch Saab-Chef Victor Muller gibt nicht kampflos auf. Am Montag kommende Woche will er einen neuen Antrag auf Gläubigerschutz einreichen. Er sei von der Entscheidung des Gerichts überrascht und enttäuscht, sagte er dem Rundfunksender SR.

Im neuen Antrag werde es „konkrete neue Angaben“ über zugesagte 245 Millionen aus China für den Neustart der Produktion geben. Muller hatte den angekündigten Einstieg des relativ kleinen chinesischen Autoherstellers Youngman und des Großhändlers Pang Da als entscheidende Weichenstellung für das Wiederanlaufen der Produktion bezeichnet. Bisher hatte er keinen Termin nennen können, weil die Genehmigung durch Chinas Behörden noch ausstehe.

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