Schweinegrippe: Atemmasken und Absagen

Schweinegrippe: Atemmasken und Absagen

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Masken gegen Schweinegrippe

In Mexiko sind zahlreiche Institutionen und Büros geschlossen. Auch in Deutschland bereiten sich die Unternehmen auf den Ernstfall vor - mit welchen Maßnahmen sich die Konzerne jetzt gegen die Schweinegrippe wappnen.

Alles schon dagewesen, alles im Griff: Deutschlands Unternehmen geben sich betont ruhig. Wer mit Personal- oder Sicherheitschefs über die Schweinegrippe spricht, erlebt alles andere, nur keine Panik. „Die haben ihre Notfallpläne in der Schublade, aktualisieren sie jetzt bestenfalls und beobachten die Entwicklung aufmerksam, aber ruhig“, sagt Dirk-Matthias Rose, Vorstand der Karlsruher IAS-Stiftung, die mit 650 Mitarbeitern einer der führenden Dienstleister für Gesundheitsmanagement ist.

Tatsächlich trifft der Ausbruch der Schweinegrippe die Unternehmen gut gerüstet. „Die SARS-Epidemie in China war ein Warnschuss, den wir ignoriert haben“, sagt der Personalchef eines Autozulieferers. „Nach der Vogelgrippe ging das nicht mehr.“ Inzwischen haben fast alle Konzerne Krisenpläne, die Kommissionen aus Personalfachleuten, Betriebsärzten und Sicherheitsexperten regelmäßig aktualisieren.

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Notfallpläne liegen in der Schublade

Es steht viel auf dem Spiel. „Fehlquoten von bis zu 70 Prozent sind bei einer Pandemie denkbar“, sagt der studierte Mediziner Rose, „da neben den Kranken auch die pflegenden Angehörigen nicht zur Arbeit kommen oder auch Mitarbeiter, die Angst vor der Ansteckung haben.“

Die in Mexiko tätigen Unternehmen begnügen sich meist damit, Reisen in das Land, in dem die Grippe ausbracht, nur im Notfall zuzulassen oder Heimkehrer zum Werksarzt zu schicken.

Doch in den Schubladen liegen Pläne auch für den Fall, dass sich die Grippewelle in Deutschland ausbreitet. Welche Funktionen im Unternehmen sind überlebenswichtig? Wer kann von zu Hause aus arbeiten? Schließt die Kantine? Finden Konferenzen nur noch per Telefonschaltung statt? Ab wann erhalten die Mitarbeiter Tamiflu oder andere Medikamente?

Tengelmann war Vorreiter

Zum Standardrepertoire der Krisenvorbereitung gehört inzwischen die Einlagerung von Medikamenten und Atemmasken – nicht nur für die eigene Mannschaft, sondern auch für deren Angehörige. Am Dienstag vergangener Woche beschlossen die Vertreter führender Großunternehmen am Rande einer Tagung mit dem Bundeskriminalamt, die Vorräte aufzustocken.

Einer der Vorreiter der Seuchenvorsorge war Karl-Erivan Haub, Chef und Gesellschafter des Einzelhandelsriesen Tengelmann (Kaiser’s, Obi, Kik). Schon 2006, als andere Unternehmen noch unter dem Vogelgrippe-Schock standen, lagen bei Tengelmann die Pandemiepläne bereit. Im vergangenen Jahr ließ Haub literweise Desinfektionsmittel, Tausende Mundschutzpackungen und in großen Mengen Infektblocker an den wichtigsten Standorten einlagern. Bis vor Kurzem galt Haub als Sonderling – auch im eigenen Haus. „Inzwischen sind die Kritiker kleinlaut geworden“, erzählt ein Manager.

Tengelmann hat zwar keine Läden in Mexiko, betreibt aber über die Tochter A&P 447 Filialen in den benachbarten USA. Noch vor dem Beschluss auf der BKA-Tagung fiel bei Tengelmann die Entscheidung für noch mehr Vorsorge. „Wir haben entschieden, den Vorrat an Cystus-052-Tabletten aufzustocken, dem einzig bekannten Vorbeugemittel gegen Influenza-Infekte“, sagt Haub. „Wir sind auf das Schlimmste vorbereitet und hoffen, dass es nicht eintritt. Die Wirtschaftskrise reicht.“

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