Seereisen: Kreuzfahrtschiffe auf der Erfolgswelle

Seereisen: Kreuzfahrtschiffe auf der Erfolgswelle

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Zwischen Antarktis und Südsee oder Mittelmeer und Nordland sind die Kreuzfahrtschiffe »Astor« und »Astoria« unterwegs.

von Hans-Jürgen Klesse

Kreuzfahrten boomen – binnen zehn Jahren hat sich Zahl der Passagiere in Deutschland verdreifacht, ein Ende der Entwicklung ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Experten erwarten, dass sich der deutsche Kreuzfahrtmarkt - schon heute nach Passagierzahlen der drittgrößte weltweit – weiter wächst.

Den Anhängern alter seemännischer Traditionen hätte das wohl nicht gefallen: Statt die Champagnerflasche, wie früher üblich, am Bug zerschellen zu lassen, knallte das Schaumwein-Magnum-Behältnis bei der Taufe der neuen Celebrity Silhouette gegen den vorderen der beiden mächtigen Schornsteine. 315 Meter lang und 37 Meter breit ist das neue Kreuzfahrtschiff der zum US-Reederei-Konzern Royal Caribbean gehörenden Marke Celebrity Cruises, das am Donnerstag abend in Hamburg getauft wurde.

Der vorerst jüngste Neuzugang unter den die sieben Weltmeere befahrenden Musikdampfern hat Platz für knapp 2900 Passagiere, gebaut wurde das weiß-blaue Schiff mit dem riesigen X als Markenzeichen auf dem Schornstein bei der Meyer Werft in Papenburg, gekostet hat die Celebrity Silhouette gut 500 Millionen Euro. In Zukunft soll das 16 Deck hohe Schiff im Sommer im Mittelmeer kreuzen, im Winter in der Karibik – und das vor allem mit Gästen aus Europa. 

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Dass die Amerikaner ihr neues Schiff in Hamburg getauft haben, soll ein Zeichen setzen: „Der deutsche Markt ist wichtig für uns, wir wollen hier wachsen“, sagt Celebrity-Chef Dan Hanrahan. Derzeit kommen gerade mal knapp zwei Prozent der jährlich rund 800.000 Celebrity-Kreuzfahrer aus Deutschland.

Tom Fecke, General Manager und deutscher Statthalter von Celebrity, will das ändern: „Mittelfristig wollen wir unseren Marktanteil von derzeit fünf auf zehn Prozent verdoppeln.“ Seine langfristige Planung geht sogar noch weiter: „Irgendwann hätte ich gern ein eigenes Schiff nur für den deutschen Markt.“ Schaffen will er das mit einem Angebot, dass sich ausdrücklich nicht als deutsches sondern als internationales Produkt definiert: "Wer ein Schiff mit überwiegend deutschen Gästen und deutschsprachigem Service erwartet, gehört nicht zu unserer Kernzielgruppe", sagt Hanrahan.

Was am vorletzten Juli-Wochenende in Hamburg groß in Szene gesetzt wurde, ist mittlerweile fast Routine: Allein in diesem Jahr wurden weltweit zehn neue (oder umgebaute) Schiffe an die Kreuzfahrtreedereien übergeben, im vergangenen Jahr waren es sogar zwölf, auch in den kommenden Jahren wird die globale Musikdampferflotte weiter wachsen.

Das Traumschiff in Turbulenzen

Kreuzfahrten liegen im Trend, allein die Zahl der deutschen Passagiere hat sich in den vergangenen zehn Jahren verdreifacht, das Potenzial scheint angesichts zweistelliger Zuwachsraten nach wie vor grenzenlos: „Der Kreuzfahrtmarkt wächst seit Jahren kontinuierlich und behauptet sich auch 2010 als ein Wachstumsmotor des deutschen Touristikmarktes“, jubelte der Deutsche Reiseverband (DRV) im Frühjahr. Die wegen steigender Treibstoffpreise und schnell wachsender Kapazitäten immer mal wieder prophezeite Pleitewelle unter den Anbietern ist weitgehend ausgeblieben. Zwar musste der mittelständische Anbieter Transocean Ende 2009 Insolvenz anmelden, auch der ZDF-Traumschiff-Betreiber Deilmann geriet zwischendurch in schwere See. Aber inzwischen wurden beide von Finanzinvestoren übernommen und sind wieder am Markt.

1,2 Millionen auf See

Gut 1,2 Millionen Deutsche haben die schönsten Wochen des Jahres 2010 auf den Planken eines Schiffes verbracht, das in Nord- oder Ostsee, in Mittelmeer oder Atlantik, im Arabischen Golf, in US-Gewässern oder der Karibik kreuzte - fast ein Fünftel mehr als 2009. Die 30 deutschen und ausländischen Anbieter erwirtschafteten im vergangenen Jahr einen Gesamtumsatz von rund 2,1 Milliarden Euro,  200 Millionen mehr als 2009, schätzt der DRV. Das Angebot für Freizeitmatrosen ist riesig und passt zu jedem Geschmack und Geldbeutel.

Massenanbieter wie die italienische Reederei MSC verscherbeln ihre Innenkabinen für zehntägige Mittelmeerkreuzfahrten beim Kaffeeröster Tchibo schon für weniger als 500 Euro pro Person. Wer dagegen eine 28-Tage-Tour von Fort Lauderdale über den Südatlantik bis nach Kapstadt auf der niegelnagelneuen Seabourne Quest bucht, muss für eine der 225 Balkonsuiten mindestens 11000 Dollar berappen. „Aber der Gegenwert stimmt, was dort geboten wird, ist einmalig", schwärmt ein Stammkunde, „Champagner und Kaviar bis zum Abwinken." 

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