Serie Unternehmer: Im Automarkt ist noch Musik

Serie Unternehmer: Im Automarkt ist noch Musik

Bild vergrößern

Alexander Bugge, Chef von MeinAuto.de

von Lothar Schnitzler

Alexander Bugge ist einer der wenigen klassischen Internet-Firmengründer Deutschlands. Vor sieben Jahren startete er ohne Hilfe sein erstes Internetunternehmen. Mit dem Verkaufserlös gründete er 2007 MeinAuto.de

Zum ersten Mal hat er es gespürt, als er 17 war. Dieses Gefühl, über sich hinauszuwachsen, etwas hinzukriegen, das er unbedingt wollte. Es geschah auf dem Pausenhof der Kölner Sporthochschule an einem regnerischen Tag Anfang 1995. Etwa 25 Spieler waren erschienen, dazu rund 40 Zuschauer. Er hatte das erste Rollhockey-Match im Rheinland organisiert, ganz allein. "Das hat mir einen Kick gegeben", sagt Alexander Bugge.

Für den Bonner Gymnasiasten war das Erfolgserlebnis keine Eintagsfliege. Wenige Monate später stand die Rollhockey-Liga für das ganze Rheinland. Die Verhandlungen mit Kommunalpolitikern und Hallenbetreibern, die Presseberichte über die von ihm gegründete Liga – all das gefiel dem Sohn eines Telekom-Angestellten.

Anzeige

In dem Markt ist noch Musik

Heute ist Bugge Chef von MeinAuto.de, des nach eigenen Angaben größten Internet-Neuwagenportals in Deutschland. Etwa ein Drittel des deutschen Neuwagenmarktes via Internet kontrolliert der 32-Jährige. Das Geschäftsmodell ist einfach: Die Interessenten wählen sich ihr Modell unter 33 Automarken und bestimmen die Ausstattung am Bildschirm. Danach sucht Bugges Mannschaft bei deutschen Autohändlern nach der besten Offerte. MeinAuto.de fungiert dabei als Vermittler. Meist liegt der Preis für den Käufer rund 20 Prozent unter dem Listenpreis.

"In dem Markt ist noch Musik", sagt Bugge, "viele Interessenten fühlen sich beim Feilschen mit dem Autoverkäufer unwohl." In diesem Jahr will er 15 000 Autos an den Verbraucher bringen – die Hälfte mehr als im Vorjahr.

Feuertaufe als Unternehmer

Als er und sein Mitstreiter Carsten Seel Anfang 2007 MeinAuto.de aus der Taufe hoben, gab es zwar schon große Gebrauchtwagenvermittler im Netz. Der Neuwagenverkauf über das Web führte aber nur eine Kümmerexistenz. "Das war unsere Chance", sagt Bugge. An Geld mangelte es nicht. Bugge und Seel, die sich als Stubenkameraden 1998 bei der Luftwaffe kennen gelernt hatten, waren flüssig. Sie hatten Ende 2006 ihre erste Internet-Firma letsworkit.de an den französischen Investor Quotatis für einen sechsstelligen Euro-Betrag verkauft.

Mit letsworkit.de, wo Interessenten ihre Handwerkeraufträge ins Netz stellen und sich den billigsten Anbieter wählen, hatte Bugge seine Feuertaufe als Unternehmer bestanden. Der studierte Kaufmann setzte seine Ersparnisse von wenigen Tausend Euro ein, gab seine Anstellung bei einem Logistikberater und die eigene Wohnung auf, zog mit 24 Jahren zurück zu den Eltern. Als Büro diente die Studentenbude von Mitgründer Seel. Nach vier Monaten Tag-und-Nacht-Arbeit startete im Sommer 2004 das Handwerkerportal als erstes seiner Art.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%