Sex-Geschäft: Beate Uhse lässt Aktionäre jauchzen

Sex-Geschäft: Beate Uhse lässt Aktionäre jauchzen

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Regale in einem "Beate Uhse" Geschäft in Hamburg

Seit gestern legte die Aktie des Erotik-Unternehmens Beate Uhse um mehr als 30 Prozent zu. Der Höhenflug des Sex-Papiers basiert auf nackten Zahlen zum Geschäftsjahr - und einem etwas zugeknöpften neuen Vorstand.

Es ist schon erstaunlich - der Name Beate Uhse verleiht selbst Zweckbauten wie dem Wasserturm im Hamburger Sternschanzenpark eine fast schon phallische Symbolkraft. Dabei hatte das Erotikunternehmen nicht zur verruchten Produktpräsentation in den Turm geladen, sondern präsentierte lediglich die Bilanz für das vergangene Geschäftsjahr.  

Danach stieg der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) auf 7,1 Millionen Euro, wobei in dem Betrag eine  Versicherungszahlung von vier Millionen Euro enthalten ist. Ein Wasserschaden im Vertriebszentrum in den Niederlanden hatte vor einiger Zeit die Auslieferungen monatelang lahmgelegt. 2009 soll der Gewinn auf rund sechs Millionen Euro anschwellen. Schließlich möchte der Verbraucher gerade in wirtschaftlich schlechteren Zeiten „auf die kleinen netten Annehmlichkeiten des Lebens nicht verzichten, dazu zählt Erotik“, sagte der neue Vorstandssprecher Serge van der Hooft mit charmantem niederländischen Akzent.

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Sexartikel für Tupper-Parties

„Mit der Erotik haben wir ein wundervolles Produkt, das sich immer verkaufen wird“, sagte van der Hooft und fügte mit einem leichten Seitenhieb auf seinen Vorgänger Otto Christian Lindemann an: „aber wir müssen es anders vermarkten“. Lindemann war vor allem in die Kritik geraten, weil er den Einstieg in das Internetgeschäft verschlafen hatte.

Angesichts der Alltagsweisheit „sex sells“ mögen die Erträge zwar beschaulich wirken, für Investoren waren sie aber dennoch Anlass, zur Aktie zu greifen. Seit gestern stieg das Papier um über 30 Prozent auf 66 Cent.

Ob die Vorfreude der Investoren berechtigt ist, muss sich allerdings noch zeigen. Denn die Ertragsverbesserungen gingen bisher vor allem auf Einsparungen zurück. So sank der Umsatz um 5,6 Prozent auf rund 253 Millionen Euro. Vorstandssprecher Serge van der Hooft begründete den Rückgang der Erlöse mit der Schließung und Abgabe von 28 Filialen, 17 davon in Deutschland. Dadurch reduzierte sich der Einzelhandelsumsatz um rund neun Millionen auf rund 74 Millionen Euro.

Filialgeschäft läuft schleppend, Versandhandel besser

Doch auch in den verbliebenen Filialen läuft es offenbar nicht optimal. Zwar vermied das Unternehmen konkrete Angabe zur flächenbereinigten Umsatzentwicklung, doch van der Hooft deutete an, dass auch hier die Umsätze gesunken seien.

Bis Ende des Jahres sollen sieben weitere Läden in den Niederlanden und Belgien geschlossen werden. Die Kundschaft soll Sexartikel und Reizwäsche nur noch in offen gestalteten Läden mit mehreren Etagen kaufen. Daneben sollten an Autobahnauffahrten und in Gewerbegebieten „Fun Center“ betrieben werden, in denen auch Sex-Filme zu haben sind.

Besser lief es offenbar im Versandhandel, dem wichtigsten Geschäftsbereich von Beate Uhse. Hier wurden 2008 Umsätze von gut 111 Millionen Euro erwirtschaftet, nach 109,3 Millionen im Vorjahr. Auf dem deutschen Markt verzeichnete das Unternehmen nach eigenen Angaben ein Plus von rund 30 Prozent.

Neben dem Verkauf in Läden und über das Internet steigt Beate Uhse nun auch in den Direktvertrieb mit Homeparties ein. Dabei sollen nach dem Beispiel von Tupper-Parties Sexartikel vertrieben werden. "Damit wollen wir Frauen erreichen, die sich nicht in Sex-Shops trauen“, sagte van der Hooft. Unter dem Namen „Ladies Nights“ sei dies in den Niederlanden mit rund 230 Beraterinnen bereits sehr beliebt.

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