SGL Group: Hauptgeschäft mit heißen Öfen

KommentarSGL Group: Hauptgeschäft mit heißen Öfen

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von Hans-Jürgen Klesse

Bei der SGL Group laufen die Geschäfte bestens – der Graphit- und Kohlefaserhersteller profitiert vom Konjunkturwachstum. Aber das gute Halbjahresergebnis zeigt auch, dass zwischen den Bereichen Verschiebungen bevorstehen.

Graphit kennen die meisten allenfalls von Bleistiften – sofern sie wissen, dass die Schreibwerkzeuge ihren Namen eigentlich zu Unrecht tragen: In den Minen steckt nämlich schon lange kein Blei mehr, Graphit hat das giftige Material ersetzt. Wozu der schwarze, mattglänzende Werkstoff sonst noch eingesetzt wird und welche Rolle er bei industriellen Prozessen spielt, wissen die wenigsten.

Anders als andere Rohstoffhersteller ist der Wiesbadener Graphit- und Kohlefaserproduzent SGL dennoch vielen bekannt: Zum einen, weil die Automobilhersteller bei der Konstruktion ihrer zukünftigen Leichtbau-Karosserien immer mehr auf Kohlefasern statt auf Stahl oder Aluminium setzen und SGL einer der weltweit wichtigsten Lieferanten für das Material ist. Zum anderen, weil aus genau diesem Grund zwei Autokonzerne kräftig in das Unternehmen investieren, um sich dort dauerhaft Einfluss zu sichern: Die BMW-Gesellschafterin Susanne Klatten hält mittlerweile gut ein Viertel der Aktien, VW ist mit gut acht Prozent der zweitgrößte Anteilseigner.   

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BMW-Elektroautos mit SGL-Materialien

Doch das durch die Präsentation der beiden neuen, aus Kohlefaserverbundwerkstoffen hergestellten BMW-Concept-Cars i3 und i8 gerade wieder angeheizte öffentliche Interesse täuscht darüber hinweg, dass SGL sein Hauptgeschäft ganz woanders macht und dort auch das stärkste Wachstum erzielt.

Nur knapp 110 Millionen Euro, nicht mal ein Siebtel der in den ersten sechs Monaten auf 725 Millionen gestiegenen Umsätze – entfallen auf Kohlefasern, mit gerade mal drei Prozent ist das Wachstum in diesem Bereich ziemlich mäßig ausgefallen. Fast 390 Millionen, mehr als die Hälfte des Geschäfts, stammen aus dem Bereich Performance Products, zweitgrößter Brocken sind mit 226 Millionen die sogenannten Graphit Materials & Systems.

Hinter dem sperrigen und nur Insidern geläufigen Begriff Performance Products verbergen sich vor allem sogenannte Graphitelektroden. Die erzeugen in Elektrolichtbogenöfen die hohen Temperaturen zum Einschmelzen von Stahlschrott. Das Wachstum von zwölf Prozent in diesem Bereich ist denn auch überwiegend eine Folge des anhaltenden Booms in der internationalen Stahlerzeugung.

Absatz verschiebt sich zwischen den Geschäftseinheiten

Noch größer ist das Wachstum bei den Graphit Materials & Systems, um fast ein Viertel haben die Verkäufe im ersten Halbjahr 2011 zugelegt. Eingesetzt werden die Produkte zum Beispiel beim Apparate- und Maschinenbau, in der Halbleiterindustrie, der  Medizintechnik und im Umweltschutz.

Wer noch etwas tiefer in die Zahlen eintaucht, sieht allerdings auch, dass es bei dem noch relativ bescheidenen Volumen mit Kohlefaserverbundstoffen Verschiebungen gegeben hat: Während die Geschäfte mit der Autoindustrie zugelegt haben, ist der Absatz in einem anderen, bisher besonders nachfragestarken Kundensegment zurückgegangen. Gefertigt werden aus dem ultrafesten und gleichzeitig superleichten Material nämlich nicht nur Karosserien sondern auch die Rotorblätter von Windenergierädern – und die verkaufen sich nicht mehr so gut.

Dennoch wird die Musik bei SGL künftig eher im Bereich Faserverbundwerkstoffe spielen. Der Bieterwettkampf zwischen den Autokonzernen BMW und VW um die künftige Macht bei SGL zeigt, wohin die Entwicklung geht. Was in der Flugzeugindustrie bei neuen Modellen schon heute üblich ist, wird in der Automobilindustrie noch kommen: Verbundwerkstoffe sind Zukunft, Stahl und Aluminium Vergangenheit.

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