Sicherheit: Datenverlust wird für Unternehmen zum Problem

Sicherheit: Datenverlust wird für Unternehmen zum Problem

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Datenklau bei der Telekom: Das Unternehmen steht seit Monaten unter Beschuss

von Oliver Voß

Wöchentlich sorgen Datenpannen für Schlagzeilen. Mehrere Studien zeigen, dass immer mehr Unternehmen unter dem Diebstahl von Informationen leiden. Vor allem Mittelständler sind betroffen.

StudiVZ, Lidl, Hansenet, Libri und die KarstadtQuelle-Bank gerieten in den vergangenen vier Wochen durch Datenpannen in die Schlagzeilen. Schon seit einer Weile häufen sich die Meldungen über geklaute und verlorenen Daten, mal ist es bei der Deutschen Telekom, dann bei britischen Behörden oder es tauchen zehntausenden Kontonummern von US-Bürgern im Internet auf.

Für zahlreiche Unternehmen wird die Sicherheit von Kunden- und Unternehmensinformationen zu einem immer größeren Problem, wie verschiedene Studien zeigen. Nach einer Befragung des IT-Sicherheitsspezialisten McAfee erlitten 73 Prozent der deutschen Mittelständler im vorigen Jahr einen Datenverlust. Cyber Ark berichtet, dass 35 Prozent der IT-Mitarbeiter ihre Administratorenrechte für einen Zugriff auf vertrauliche Informationen der Personalabteilung, der Kundendatenbank oder von Unternehmenstransaktionen missbrauchen. Und in einer Untersuchung von Symantec gaben  59 Prozent der befragten, gekündigten Mitarbeiter zu, vertrauliche Daten von ihrem vorherigen Arbeitgeber mitgenommen zu haben.

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„Die Anzahl derer, die sensible Informationen mitnehmen steigt“, sagt Andreas Zeitler, der bei Symantec das Geschäft für Deutschland und Zentraleuropa leitet. Durch die Finanzkrise hat das Problem zugenommen.

„Data Loss Prevention“ wird zum lukrativen Geschäft

Ein weiterer Grund ist der schwungvolle Handel mit Daten im Internet. „Es gibt dort inzwischen einen regelrechten Spotmarkt, wo Datensätze zu schwankenden Tagespreisen gehandelt werden“, sagt Zeitler.

Neben Daten, die illegal von Mitarbeitern mitgenommen oder bei Angriffen von außen gezielt entwendet werden, ist oft auch Nachlässigkeit die Ursache. Viele Sicherheitslücken entstehen, wenn Angestellte sich Daten per Mail nach Hause schicken oder auf USB-Sticks oder Laptops mitnehmen. Sobald sensible Daten die Unternehmensgrenzen verlassen, steige das Risiko de Verlustes.  

Daher sollten Unternehmen strikt kontrollieren, was mit entsprechenden Informationen passiert. So gibt es Software, die bemerkt, wenn jemand Daten auf einen USB-Stick kopiert und dies untersagen oder zumindest registrieren kann. Allerdings sei den verantwortlichen Vorständen in vielen Unternehmen nicht einmal bewusst, wo überall sensible Daten liegen und wer darauf Zugriff habe, sagt Zeitler.

Symantec und andere Anbieter bieten spezielle Sicherheitsprogramme für Datenverlust an. „Data Loss Prevention“ lautet der Überbegriff dafür. „Das kannte man vor ein bis zwei Jahren gar nicht“, sat Zeitler. Inzwischen steigt die Nachfrage danach und für die Sicherheitsanbieter hat sich ein neues, lukratives Geschäftsfeld eröffnet, denn die Lösungen sind um einiges teurer, als klassische Antivirenprogramme.

Im Schnitt 20 Vorfälle pro Jahr

Besonders gefährdet sind Mittelständler. Dabei glaubt fast die Hälfte der Befragten in einer Studie des Sicherheitsspezialisten McAfee, dass Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern einem kleineren Sicherheitsrisiko ausgesetzt ist. Nach Angaben von Mc-Afee gibt es jedoch mehr Angriffe auf Mittelständler. Und bei mehr als der Hälfte der Unternehmen gab es mehr Vorfälle als im Vorjahr. Befragt wurden 900 mittelständische Unternehmen in Deutschland, Frankreich, den USA und sechs weiteren Ländern.

Auf ein Drittel der befragten Unternehmen in Deutschland gab es mehr als 20 Angriffe. „Die kleineren Unternehmen sind die leichteren Ziele“, sagt McAfee-Chef Dave de Walt.

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