Siemens: Die Schatten der Schmiergeldaffäre

Siemens: Die Schatten der Schmiergeldaffäre

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Siemens in München

Die Schmiergeldaffäre begleitet Siemens weiterhin. In Griechenland stehen Vernehmungen und Anklagen bevor, auch in Deutschland laufen die Verfahren. Für Aufregung sorgte zudem die jüngste Durchsuchung von Siemens-Büros in den USA.

Bei der Vorstellung der Halbjahreszahlen von Siemens, steht die Frage im Vordergrund, wie der Mischkonzern durch die Krise kommt. Das Unternehmen will 19 000 seiner deutschlandweit 133 000 beschäftigten in Kurzarbeit schicken und manche Mitarbeiter fürchten schon die Zeit danach. Denn das eigentliche Krisenjahr, indem die rückläufigen Aufträge durchschlagen, dürfte 2010 werden.

Die Korruptionsaffäre ist derweil in den Hintergrund gerückt, doch endgültig abschütteln kann sie Siemens noch nicht. Jüngster Aufreger war die Durchsuchung von Siemens-Büros in den USA. Nach Angaben des „Spiegel“ geht es um den Verdacht einer Benachteiligung staatlicher Stellen bei der Beschaffung von Ultraschallgeräten und Computertomographen.

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Siemens-Angestellte sollen zuviel von US-Regierungsstellen kassiert haben

Auslöser der Durchsuchung sei die Zivilklage eines ehemaligen Siemens-Angestellten gewesen. In einer 33-seitigen Belastungsschrift erhebe der Amerikaner den Vorwurf, dass Siemens- Mitarbeiter angeblich US-Regierungsstellen und andere öffentliche Auftraggeber zwischen 2000 und 2007 getäuscht hätten, um für die Beschaffung der Geräte höhere Preise zu erhalten als von Privatabnehmern, hieß es in dem Bericht.

Nach in den USA gültigen Vorschriften dürften staatliche Auftraggeber jedoch nicht schlechter gestellt werden als die private Konkurrenz. In der vergangenen Woche hatten Ermittler des US-Verteidigungsministeriums Pentagon Büros von Siemens in den USA durchsucht.

Ein Siemens-Sprecher sagte am Samstag, man habe noch keine Erkenntnisse über die der Aktion zugrundeliegenden Vorwürfe. Siemens kooperiere aber vollumfänglich mit den US-Ermittlern und stelle inzwischen eigene Untersuchungen an.

Dem Bericht zufolge soll die Siemens-Sparte laut den Vorwürfen in Einzelfällen ausgesuchten Firmen über 70 Prozent Nachlass gewährt haben. Staatliche Stellen hätten für ähnliche Produkte nach Darstellung des Klägers dagegen nur Rabatte von rund 30 Prozent erhalten. Sollte die Klage Erfolg haben, könnten die Behörden die Differenz zurückfordern, hieß es. Auch der Tippgeber würde über eine Provision profitieren.

Anklage gegen Siemens-Manager in Griechenland steht bevor

Auch bei der Aufarbeitung des Schmiergeldskandals in Griechenland gibt es Neuigkeiten. Die Athener Staatsanwaltschaft bereitet im Mai Anklage gegen mehrere ehemalige Mitarbeiter von Siemens Griechenland sowie gegen Funktionäre des griechischen Staates vor.

Noch in dieser Woche soll ein ehemaliger hoher Siemens-Manager vor dem Staatsanwalt in Athen erscheinen und erklären, an wen Schmiergelder in Millionenhöhe in Griechenland geleitet worden seien, berichtete die griechische Presse am Sonntag.

Auch mehrere ehemalige griechische Siemens-Manager könnten bald angeklagt werden. In den vergangenen Monaten prüften Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft Akten aus der Zentrale von Siemens Griechenland. Zudem wurden im Januar die Konten von 34 Personen eingefroren. Darunter sind auch Konten eines ehemaligen sozialistischen Politikers.

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