Siemens: Entscheidung im Herbst für Ex-Siemens-Vorstände

Siemens: Entscheidung im Herbst für Ex-Siemens-Vorstände

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Ex-Siemens-Chef Heinrich v. Pierer

Gnadenfrist für ehemalige Siemens-Granden: Der Konzern will noch mit acht Ex-Vorständen über Schadensersatz verhandeln. Lenken sie bis Ende November nicht ein, droht eine Klage.

Offiziell gibt es keine Frist, doch die Zeit drängt. Vor zwei Wochen einigte sich Siemens mit drei früheren Vorständen darauf, dass sie Schadensersatz zahlen. Im Rahmen der Korruptionsaffäre wirft ihnen der Konzern eine Verletzung der Aufsichtspflicht vor. Mit acht weiteren Ex-Vorständen verhandelt er noch. Bis spätestens Ende November sollen die Gespräche aber abgeschlossen werden, heißt es aus dem Umfeld des Aufsichtsrats. „Um über Vergleiche auf der Hauptversammlung im Januar 2010 abstimmen zu können, müssen dem Aufsichtsrat die Einigungen auf seiner Sitzung Anfang Dezember vorliegen“, sagt ein Mitglied des Kontrollgremiums. Auch aus dem Konzernumfeld verlautet, dass die Verhandlungen „spätestens im Herbst“ beendet sein sollten. „Entweder steht dann ein Vergleich, oder Siemens klagt“, heißt es in hochrangigen Unternehmenskreisen.

Im Umfeld des Siemens-Aufsichtsrats gibt man sich allerdings skeptisch, ob ein Vergleich bei allen noch offenen Verfahren gelingt. „Insbesondere bei Heinrich v. Pierer und Klaus Kleinfeld sind die Chancen auf eine Einigung eher gering“, heißt es dort. Von 1992 bis 2005 war v. Pierer Vorstandsvorsitzender und anschließend bis zum April 2007 Aufsichtsratschef von Siemens. Kleinfeld folgte v. Pierer als Vorstandschef nach, trat aber im Juni 2007 zurück und leitet seit Mai 2008 den US-Aluminiumkonzern Alcoa.

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Kleinfeld und V. Pierer und befürchteten, so heißt es, ein Vergleich werde von manchen als indirektes Schuldeingeständnis gewertet. Bei beiden sei es daher wahrscheinlich, dass es im Streit um Schadensersatz zu einem Prozess komme. Die Anwälte von v. Pierer und Kleinfeld äußerten sich auf Anfrage nicht oder waren nicht zu erreichen. Auch Siemens wollte nichts sagen.

Der Aufsichtsrat hatte im Juli 2008 beschlossen, im Zuge der Aufarbeitung des Schmiergeldskandals von elf ehemaligen Vorständen Schadensersatz zu fordern. Ende August verkündete der Konzern die Einigung mit drei Ex-Managern: Klaus Wucherer, Rudi Lamprecht und Edward Krubasik erklärten sich bereit, im Rahmen eines Vergleichs je 500 000 Euro zu zahlen.

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