Siemens: Fragwürdige Finanzierung der Leipziger Olympia-Bewerbung

Siemens: Fragwürdige Finanzierung der Leipziger Olympia-Bewerbung

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Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB)

Neues Ungemach für Siemens: Während Ermittler der US-Börsenaufsicht SEC in München anrücken, um in der Korruptionsaffäre zu ermitteln, wird bekannt, dass über einen Umweg Siemens-Gelder in die Olympia-Bewerbung Leipzigs geflossen sein sollen.

Die Mittel sind offenbar Teile der fragwürdigen Siemens-Zahlungen zum Aufbau der arbeitgeberfreundlichen Betriebsräteorganisation Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger (AUB). Deren damaliger Chef Wilhelm Schelsky hat nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth die Bewerbung Leipzigs für die Sommerspiele 2012 unterstützt. Dieser Verdacht ergebe sich aus Ermittlungsakten der Nürnberger Staatsanwaltschaft.

Es seien Gelder für Fahnen, Banner und Logos geflossen, teilte ein Nürnberger Justizsprecher mit. In welcher Höhe wurde nicht genannt.

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Siemens hat in der Vergangenheit rund um Olympia immer wieder große Aufträge erhalten. Bei den Spielen in Athen 2004 hatten die Münchner unter anderem Aufträgen für den Ausbau des Telefonnetzes und den Aufbau eines aufwändigen Sicherheitssystems bekommen. Schmiergelder sollen auch hier geflossen sein – die Ermittlungen laufen.

Unangenehm dürfte die neueste Entwicklung auch für den IOC-Vize Thomas Bach sein. Bach und Schelsky kennen sich seit langem. So soll Schlesky einst Siemens Bach empfohlen haben. Der Sportfunktionär bekam einen hochdotierten Beratervertrag bei Siemens – dieser wurde nach dem Bekanntwerden in diesem Frühjahr allerdings beendet.

Schelsky wiederum saß im Aufsichtsrat der mittelständischen Weinig AG aus Tauberbischofsheim. Der deutschen Fechterhochburg entstammt auch Thomas Bach. Inzwischen leitet Bach den Weinig-Aufsichtsrat.

Der zuständige Deutsche Olympische Sportbund – deren Vorsitzender Bach ist – will den möglichen Geldfluss aus Siemens-Kassen nicht untersuchen.

Was wusste Siemens? Licht ins Dunkel könnte der Prozess gegen Schelsky und Siemens-Ex-Vorstand Johannes Feldmayer bringen. Beide müssen sich wegen der Millionenzahlungen an die AUB vor Gericht verantworten. Schelsky sitzt seit eineinhalb Jahren in Untersuchungshaft. Feldmayer soll bei Siemens dafür gesorgt haben, dass das Geld an Schelsky floss.

Zu dem im Herbst in Nürnberg beginnenden Prozess sind nach Justizangaben mehr als 100 Zeugen geladen, darunter angeblich auch Bundesliga-Handballerinnen des 1. FCN.

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