Siemens-Gewerkschaftsaffäre: AUB schließt ihren langjährigen Vorsitzenden Schelsky aus

Siemens-Gewerkschaftsaffäre: AUB schließt ihren langjährigen Vorsitzenden Schelsky aus

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Das Logo der Arbeitnehmer-Organisation AUB ist am Mittwoch (30.05.2007) in Nürnberg (Mittelfranken) vor dem Eingang der AUB-Bundesgeschäftsstelle zu lesen. Die AUB will trotz des Siemens-Schmiergeldskandals um ihren Gründer Schelsky weitermachen.

Die Gewerkschaft AUB hat ihren Ex-Chef Wilhelm Schelsky ausgeschlossen. Wie die WirtschaftsWoche soeben aus AUB-Kreisen erfuhr, hat der Gesamtvorstand der Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger (AUB) auf seiner Vorstandssitzung am vergangenen Dienstag in Bischofsgrün bei Bayreuth, einen entsprechenden Beschluss gefasst.

Der Ausschluss erfolgte auf Antrag eines Vorstandsmitgliedes und wurde mit der  erforderlichen Mehrheit von 75 Prozent des 14-köpfigen Vorstandes gefasst. Der Ausschluss erfolgt mit sofortiger Wirkung. Die AUB-Mitglieder wurden bereits gestern per Newsletter informiert.

Die laut Satzung gegebene Frist zur Stellungnahme haben sowohl Schelsky als auch sein Anwalt verstreichen lassen.

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Wilhelm Schelsky war 23 Vorsitzender der AUB, die verdeckt von Siemens als Gegenorganisation zu den DGB-Gewerkschaften finanziert wurde. Seit Februar 2007 sitzt Schelsky in Untersuchungshaft in Nürnberg. Die Staatsanwaltschaft in Nürnberg/Fürth ermittelt gegen den Ex-Chef der AUB wegen Steuerhinterziehung und Beihilfe zur Untreue.

Ende des Monats wollen die Staatsanwälte Anklage gegen Schelsky und gegen den früheren Siemens-Zentralvorstand Johannes Feldmayer erheben.

Der heutige AUB-Vorsitzende Rainer Knoob, Betriebsrat bei Airbus in Hamburg, begründet den Anschluss damit, der frühere AUB-Chef habe der Organisation massiv geschadet: „Mit  seine Äußerungen seit seiner Verhaftung hat er zugegeben, dass er als Lobbyist für die Siemens AG tätig war, und das verträgt sich nicht mit der Unabhängigkeit der AUB und nicht mit unserem Selbstverständnis.“

Der Ausschluss wurde schon seit Monaten diskutiert aber verzögert, weil die Gewerkschaft befürchtet, dass Schelsky-treue Mitglieder der Organisation den Rücken kehren könnten. Seit dem Bekanntwerden der Siemens-Affäre ist die Zahl der AUB-Mitglieder auf unter 10 000 abgeschmolzen.

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