Siemens-Hauptversammlung: Siemens: Die Familie lebt

Siemens-Hauptversammlung: Siemens: Die Familie lebt

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Hauptversammlung: Aktionäre der Siemens AG in München

Keine Zwischenrufe, keine Tumulte, keine Transparente – wer eine aufgeregte Siemens-Hauptversammlung erwartet hatte, sah sich getäuscht.

Sogar ganz im Gegenteil: Vor allem während der Eröffnungsreden von Aufsichtsratschef Gerhard Cromme und Vorstandschef Peter Löscher war die Stimmung geradezu entspannt, um nicht zu sagen beinahe kuschelig.

Vor allem Löscher war bemüht, am Beginn seiner Rede die rund 10.000 in der Olympiahalle versammelten Siemens-Aktionäre auf Harmonie einzustimmen. Deutlich wurde dies, als er Peter von Siemens verabschiedete, der nach 21 Jahren im Vorstand und Aufsichtsrat in den Ruhestand wechselt.

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„Ich danke Ihnen für Ihren Einsatz, Ihre Unterstützung und Begleitung von Generationen in der Führung des Unternehmens, das den Namen Ihrer Familie trägt und das geprägt ist von der Persönlichkeit seines Gründers, Ihres Ur-Urgroßvaters“, so Löscher pathetisch. Denn von Siemens ist letzte Vertreter mit dem – einstmals – ruhmreichen Namen im Kontrollgremium des Konzerns. Sein Nachfolger aus der Siemens-Familie, Gerd von Brandenstein, klingt da viel unverfänglicher. „Dennoch: Die Familie ist und bleibt ein fester Bestandteil des Unternehmens“, beteuerte Löscher.

Löschers Beschwörung des altehrwürdigen Siemens-Geistes ging so weit, dass er sich selbst gewissermaßen als Konzern-Gewächs hinstellte, wenn auch als heimliches. „In meiner Geburtsstadt Villach – die ja auch eine Siemens-Stadt ist – habe ich den Stolz der Siemensianer auf unser Unternehmen von Kindesbeinen mitbekommen. Und am 20. Mai des vergangenen Jahres durfte auch ich mich bei den Siemensianern einreihen“, so Löscher.

Die Botschaft war klar: Ich bin gar kein Außenstehender, ich kenne den Konzern, vertraut mir – kurzum: Die Familie lebt, auch mit mir. Löschers Beteuerung des Familien- und Konzernerbes kommt nicht von ungefähr – ihm fehlt der Stallgeruch.

In der 160-jährigen Geschichte des Technologiekonzerns ist er der erste Externe auf dem Chefsessel, der erste Vorstandsvorsitzende, der nicht von jungen Jahren an den Siemens-Geist in München, Erlangen und anderswo aufgesogen hat.

Bei den Aktionären kommt diese Botschaft jedenfalls an. Während seines Vortrags erhält Löscher mehrfach Beifall, insbesondere, als es über die Aufklärung der Korruptionsaffäre bei Siemens referiert. „Ich stehe für absolute Kompromisslosigkeit im Umgang mit Verstößen gegen Recht und Gesetz“, so Löscher. Applaus und zustimmendes Nicken im Saal. Die Anteilseigner scheinen ihm die Ernsthaftigkeit seiner Bemühungen abzunehmen.

Ob er die Siemensianer auch dauerhaft auf seinen Kurs einschwören kann, bleibt indes abzuwarten.

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