Siemens-Korruptionsprozess: Siemens-Finanzvorstand Kaeser: Keine Kenntnis von schwarzen Kassen

Siemens-Korruptionsprozess: Siemens-Finanzvorstand Kaeser: Keine Kenntnis von schwarzen Kassen

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Siemens-Finanzvorstand Joe Kaeser: Angebliche "Anscheinsvermutung" beim Ex-Finanzchef der Kommunikationssparte - bislang ohne Beweise

Siemens-Finanzvorstand Joe Kaeser hat heute im Prozess um den Schmiergeld-Skandal jede Mitwisserschaft um schwarze Kassen und dubiose Zahlungen von sich gewiesen. Kaeser war kaufmännischer Leiter des früheren Siemens-Mobilfunkbereichs ICM.

„Ich hätte solche schwarzen Kassen niemals geduldet, geschweige denn habe ich davon gewusst“, sagte Kaeser heute als Zeuge vor dem Landgericht München I. Vom Ausmaß des Skandals sei er selbst erschüttert gewesen. Zunächst habe er gedacht, es handele es sich um das Werk Einzelner, erklärt Kaeser, „das muss ich heute zurücknehmen“. Vielmehr sei er mittlerweile zu dem Schluss gekommen: „Das war systemisch und mit einer beachtlichen Akribie geplant.“

Angeklagt ist im Prozess der 57-jährige Reinhard S., der zum Prozessbeginn den Aufbau schwarzer Kassen und die Abwicklung dubioser Zahlungen eingeräumt hatte. Er muss sich wegen Untreue in 58 Fällen verantworten. Er selbst habe den Angeklagten nie gekannt und auch wissentlich nie getroffen. „Ich hätte mir gewünscht, dass dass S. Kontakt zu mir gesucht hätte, dann hätte man dem Unternehmen großen Schaden ersparen können“, sagte Kaeser. „Für mich ist das Thema Bestechung und schwarze Kassen ein Thema, das in meinen Werten nicht vorkommt.“

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In dem Schmiergeld-Skandal geht es um 1,3 Milliarden Euro an dubiosen Zahlungen, die vermutlich zur Erlangung von Aufträgen im Ausland eingesetzt wurden.

Mehrere Mitglieder der früheren Konzernspitze hatten angekündigt, ihre Aussage zu verweigern, darunter neben Ex-Vorstandschef Heinrich von Pierer auch die früheren Zentralvorstände Heinz-Joachim Neubürger, Thomas Ganswindt und Volker Jung.Gegen Pierer wird wegen einer Verletzung der Aufsichtspflicht ermittelt und Neubürger, Ganswindt sowie Jung sind selbst Beschuldigte im Siemens-Verfahren.

Angeklagt im ersten Strafprozess um den milliardenschweren Korruptions-Skandal ist der 57 Jahre alte Reinhard S. Der frühere Manager der Siemens-Festnetzsparte ICN hatte bereits zu Prozessbeginn eingeräumt, ein System schwarzer Kassen im Kommunikationsbereich von Siemens aufgebaut und verdeckte Provisionszahlungen über fingierte Beraterverträge abgewickelt zu haben.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt aber auch in mehreren anderen Bereichen des Konzerns - zuletzt war von rund 300 Beschuldigten die Rede.

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