Siemens: Nach dem Umbau ist vor dem Umbau

KommentarSiemens: Nach dem Umbau ist vor dem Umbau

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Osram-Mitarbeiterin - Die Siemens-Sparte soll an die Börse

Konzernchef Peter Löscher verordnet dem Münchner Industrie- und Elektrokonzern den nächsten Umbau. Das Ziel: Nach der Steigerung der Profitabilität soll Siemens jetzt wieder auf einen Wachstumspfad zurückkehren.

Noch Mitte November – bei der Verkündung der Zahlen des Geschäftsjahres 2009/10 – erklärte Peter Löscher den Konzernumbau für abgeschlossen. „Siemens ist wieder ein normales Unternehmen“, betonte der Konzernchef seinerzeit – und ergänzte augenzwinkernd in Schwarzenegger’scher Manier: „Mission accomplished.“

Offenbar hat der Siemens-Terminator nicht entschieden genug durchgegriffen: Denn ein knappes halbes Jahr später lautet die Devise: Nach dem Umbau ist vor dem Umbau. Am gestrigen Abend verkündete Löscher eine neue, tiefgreifende Restrukturierung.

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Die Kernpunkte: Neben den drei bisherigen Sektoren Industrie, Energie und Gesundheit rückt mit „Infrastruktur und Städte“ ein viertes Standbein; dazu werden mehrere Divisionen aus dem Industrie- und Energie-Geschäft in der neuen Sparte gebündelt. Zudem geht Siemens jetzt die schon länger erwartete Abspaltung von Osram an: Löscher will die Lichttochter voraussichtlich im Herbst an die Börse bringen; Siemens soll aber langfristig als Ankerinvestor in einer Minderheitsposition am Unternehmen beteiligt bleiben.

Löscher erhofft sich von den tiefgreifenden Maßnahmen einen "entscheidenden Schub in Richtung 100-Milliarden-Euro-Marke", wie er heute auf einer Telefonkonferenz betonte. Seiner Aussage nach bietet das Geschäft rund um Städte bereits heute ein addressierbares Marktvolumen für Siemens von 300 Milliarden Euro. Dazu zählen etwader Bau von U-Bahnen oder die Installierung von intelligenten Stromnetzen. Zum Vergleich: Auf Pro-Forma-Basis kommt der neue Sektor "Infrastruktur und Städte" im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010 auf einen Umsatz von rund 16,5 Milliarden Euro.

Wann kommt der Sprung über 100 Milliarden Euro?

Dass Löschers neuerliche Bemühungen notwendig sind, ist unzweifelhaft. Zwar hat der 53-jährige Österreicher seit seinem Amtsantritt Mitte 2007 viele Baustellen bei Siemens abgearbeitet, dem Konzern eine neue Struktur verpasst, Ineffizienzen beseigtigt und ganz nebenbei die gigantische Schmiergeldaffäre beigelegt. Lohn jener Bemühungen: Siemens blieb selbst im Krisenjahr 2009 profitabel und erzielte - wie zuletzt bei den auf der Hauptversammlung im Januar verkündeten Zahlen fürs erste Quartal des Geschäftsjahres 2011 - beim Gewinn mehrfach Rekordergebnisse.

Dafür kommt der Konzern beim Umsatz nicht vom Fleck - und das nun schon seit 2007. Bis wann die magischen 100 Milliarden Euro erreicht werden können, lies Löscher heute bewusst offen. Um aber überhaupt von der neuen Aufstellung zu profitieren, muss er schnell die organisatorischen Weichen stellen. Bis es soweit ist, dürfte jedoch noch einige Zeit ins Land gehen. Zudem bläht der Siemens-Chef die zuvor verschlankte Organisation wieder auf: So steigt beispielsweise die Zahl der Vorstandsmitglieder von acht auf zehn. Der bisherige Energie-Vorstand Wolfang Dehen übernimmt die Führung der abgespaltenen Osram; dafür rücken drei neue Manager in der Siemens-Vorstand. Ob Löschers neuerlicher Schritt neues Wachstumspotenzial erschließen kann, bleibt daher abzuwarten.

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