Siemens: Siemens-Personalchef Huber gerät wegen AUB weiter unter Druck

Siemens: Siemens-Personalchef Huber gerät wegen AUB weiter unter Druck

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Ex-AUB-Chef Wilhelm Schelsky (l) mit seinem Anwalt Rainer Steffens

Der Siemens-Personalchef Deutschland Walter Huber gerät in der AUB-Affäre immer stärker unter Druck – jetzt soll dies auch Thema im Aufsichtsrat werden. Wie die WirtschaftsWoche berichtet, tauchen nach und nach weitere Details über Hubers Verbindungen zur AUB und zu ihrem langjährigen Vorsitzenden Wilhelm Schelsky auf.

Erst belastete eine Zeugin den derzeitigen Siemens-Personalchef Deutschland, Walter Huber, im Prozess um die Betriebsräteorganisation AUB, die der Konzern heimlich finanziert hatte. „Ich wurde zur AUB geschickt“, sagte die Juristin, die im Jahr 2000 von der Siemens-Personalabteilung in München zur AUB-Bundesgeschäftsstelle in Nürnberg wechselte. Huber habe sie dazu ermuntert, obwohl ihr direkter Vorgesetzter dagegen gewesen sei (WirtschaftsWoche 44/2008).

Nun tauchen nach und nach weitere Details über Hubers Verbindungen zur AUB und zu ihrem langjährigen Vorsitzenden Wilhelm Schelsky auf. So unterschrieb Huber in mindestens acht Fällen Rückkehrgarantien für Ex-Siemensianer, die ab 2001 formal vom Konzern zu Schelskys Unternehmensberatung wechselten. Damit sollte die AUB-Siemens-Verbindung offenbar verschleiert werden.

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Denn ihr Geld bekamen die AUBler nun nicht mehr von Siemens, sondern von Schelskys Beratungsgesellschaft. Die wiederum wurde von Siemens finanziert. Die Schelsky-Weggefährten hatten aber zu der Zeit, als sie die Rückkehrgarantien erhielten, teilweise schon jahrelang nicht mehr bei dem Konzern gearbeitet. Hubers Name findet sich auf den Schreiben rechts unten. Hubers Anwalt sagt dazu, sein Mandant habe Rückkehrzusagen „erst nach vorheriger Rücksprache mit seinen Vorgesetzten unterschrieben. Mit einer (...) Nähe unseres Herrn Mandanten zur AUB haben die Wiedereinstellungszusagen nichts zu tun.“

Siemens teilt dazu mit, Wiedereinstellungszusagen erteile das Unternehmen, „wenn aufgrund von Qualifikation ein besonderes Interesse an einer weiteren Beschäftigung besteht“. Plausibel ist das nicht: So arbeitete eine der AUB-Helferinnen seit 1990 für Schelsky, war also seit elf Jahren faktisch nicht mehr bei Siemens, als Huber ihr das Rückkehrrecht garantierte. Ihre Qualifikation beschreibt die Frau mit „Stenotypistin“. Bei Schelsky war sie für Gehaltsabrechnungen zuständig, gab sie als Zeugin an, hatte aber „keine Ausbildung als Buchhalterin oder Lohnbuchhalterin“.

Nach Darstellung eines Siemens-Aufsichtsratsmitglieds gegenüber der WirtschaftsWoche war Huber 2001 zudem „bereits in die Übertragung jener Arbeitsverhältnisse von Siemens auf die neue Gesellschaft involviert“. Doch die Personalie Huber sei im Siemens-Aufsichtsrat bisher kein Thema gewesen, „weil Huber nicht der Letztverantwortliche in der AUB-Affäre war“. Nun sollen die neuen Erkenntnisse bei der Aufsichtsratssitzung am 12. November auf den Tisch kommen. Das Aufsichtsratsmitglied: „Dann wird auch über mögliche Konsequenzen zu diskutieren sein.“

Siemens-Vorstandschef Peter Löscher ist spätestens seit Oktober 2007 über Hubers Rolle bei der Unterstützung der gewerkschaftskritischen AUB durch Siemens informiert. Eine Untersuchung durch die Anwälte der Kanzlei Debevoise & Plimpton habe aber, schreibt Hubers Anwalt, „keinerlei Beanstandungen ergeben“. Dabei wurde der Personalmanager – während Siemens die AUB mit fragwürdigen Methoden als Gegenpol zur IG Metall aufpäppelte – Referent bei AUB-Seminaren, heiratete eine ehemalige AUB-Geschäftsführerin und wurde offenbar auch AUB-Mitglied. Trotzdem macht er weiter Karriere, sogar über Siemens hinaus. Im Juli 2007 beförderte der Konzern Huber zum Personalchef Deutschland, seit Oktober 2007 ist er Mitglied des Präsidiums der bayrischen Metallarbeitgeberverbände, im August dieses Jahres entsandte ihn die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände sogar in den Verwaltungsrat der Bundesagentur für Arbeit.

Klargestellt

In der WirtschaftsWoche Nr. 44 vom 27.10.2008 berichteten wir auf Seite 10, Herr Walter Huber sei im Spätsommer 2000 Leiter der Zentralen Abteilung Personal bei Siemens in München gewesen. Dies ist falsch. Tatsächlich war er damals Leiter Corporate Area Deutschland.

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