Siemens: Siemens will 3000 Stellen streichen

Siemens: Siemens will 3000 Stellen streichen

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Blick auf den Haupteingang eines Siemens-Gebaeudes in Muenchen-Perlach. Der Elektrokonzern Siemens will im Zuge seines Konzernumbaus bis zu 3.000 Arbeitsplaetze in seiner Telefonanlagensparte streichen. Unternehmenskreise bestaetigten der Nachrichtenagentur AP entsprechende Medienberichte am Samstag, 23. Feb. 2008. Damit koennte fast jeder zweite Mitarbeiter der Sparte Siemens Enterprise Networks (SEN) in Deutschland betroffen sein.

Siemens will mit Jobabbau Käufer für Sorgensparte SEN locken.

Siemens will mit Jobabbau Käufer für Sorgensparte locken

Eineinhalb Jahre nach der Pleite der früheren Handytochter will Siemens mit Sanierungsschritten und Stellenstreichungen Käufer für eine weitere Problemsparte locken. Einer mit dem Vorgang vertrauten Person zufolge soll sich die Unternehmenssparte SEN von etwa der Hälfte ihrer 6200 Mitarbeiter in Deutschland trennen.

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Damit solle sie attraktiver gemacht werden. Ziel sei es, die Produktion von Geräten für Firmen-Telefonanlagen deutlich zu reduzieren, sagte die Person.

SEN - die frühere Siemens Enterprise Networks - setze verstärkt auf Softwarespezialisten statt auf Elektroniker und Produktionskräfte. Siemens wollte sich zu den Informationen zunächst nicht äußern. Der Konzern hatte in Aussicht gestellt, die Sparte mit weltweit 17.500 Mitarbeitern bis spätestens Ende Juni zu verkaufen.

Konzernchef Peter Löscher hatte kürzlich gesagt, sein Haus führe aussichtsreiche Gespräche mit mehreren Partnern. Nach Informationen aus dem Konzernumfeld verhandelt Siemens in getrennten Gesprächen mit den Kaufinteressenten Alcatel-Lucent, Nortel und dem Finanzinvestor Cerberus. Der Aufsichtsrat werde voraussichtlich Ende April über den Verkauf entscheiden.

Siemens sucht seit fast zwei Jahren einen Käufer für die Sparte, deren Technologie als veraltet gilt. Während SEN vor allem herkömmliche Telefonanlagen für Großunternehmen herstellt, hat sich der technologische Trend zu Telefonverbindungen über Internet- und Datenleitungen (VoIP) entwickelt.

"Kein zweites BenQ"

Der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge sollen von den 3000 im Inland gefährdeten SEN-Stellen 1000 durch eine Sanierung und den Verkauf dieser Sparte gerettet werden. Von den 11.500 Arbeitsplätzen außerhalb Deutschlands könnten 2000 wegfallen, berichtete das Blatt am Sonntag in seiner Online-Ausgabe. SEN stecke tief in den roten Zahlen. Der Verkauf der Sparte stand bereits auf der Aufgabenliste von Löschers Vorgänger Klaus Kleinfeld. Die Verhandlungen scheiterten allerdings im Zuge der Krise der ehemaligen Handysparte. Deren Käufer, der taiwanische BenQ-Konzern, hatte die neue Tochter BenQ Mobile mit 2500 Beschäftigten nach nur einem Jahr im Herbst 2006 pleitegehen lassen - mit einem großen Imageschaden auch für den ehemaligen Eigentümer. Genau das will Siemens nun vermeiden. „Wir wollen kein zweites BenQ“, zitierte die Zeitung ein Aufsichtsratsmitglied. Vor einem Verkauf müsse Siemens die Probleme selbst so weit wie möglich lösen.

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