Siemens-Skandal: Anti-Korruptionsvorschriften bei Siemens jahrelang missachtet

Siemens-Skandal: Anti-Korruptionsvorschriften bei Siemens jahrelang missachtet

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Das Siemens Verwaltungsgebäude in München

Im Siemens-Konzern galten in- und ausländische Anti-Korruptionsvorschriften anscheinend nicht. Die Anwaltskanzlei Debevoise & Plimpton recherchierte dafür zahlreiche Belege in allen Geschäftsfeldern und unterschiedlichen Ländern.

Im Siemens-Konzern sind so nach Angaben der Anwaltskanzlei Debevoise & Plimpton „in nahezu allen untersuchten Geschäftsbereichen und in zahlreichen Ländern Belege für Fehlverhalten im Hinblick auf in- und ausländische Anti-Korruptionsvorschriften“ gefunden worden. Das teilte der Konzern heute in einer Pressemitteilung in München mit.

Zu der Untersuchung der von Siemens beauftragten Anwaltskanzlei teilte das Unternehmen weiter mit, die gefundenen Belege umfassten nicht nur „direkte Korruptionsvorfälle, sondern vielfach auch Verletzungen von Vorschriften die sich auf die internen Kontrollen und die Korrektheit der Dokumentationen beziehen“.

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Untersucht wurden demnach Entwicklungen solcher Geschäftsvorfälle zwischen 1999 und 2006 „und über das Verhalten des Managements bei diesen Geschäftspraktiken“.

Die Staatsanwaltschaft habe ihre Ermittlungen über den früheren Telekommunikationsbereich Com hinaus nun auch auf eine Reihe anderer Sparten ausgeweitet. Der Blick auf die Rolle früherer Vorstände habe allerdings ein differenziertes Bild ergeben.

„So habe es unterschiedliche Arten und Grade von Wissen, verantwortungsbewusstem Verhalten und konkreten Handlungen oder Unterlassungen von einzelnen früheren Vorständen gegeben. Zwischen korrektem Verhalten, dem Abschieben von Verantwortung, Nicht-Reaktion oder nicht ausreichendem oder schnellem Reagieren bis zu möglicher Mitwirkung an Compliance-widrigen Aktivitäten gebe es ein weites Spektrum und mannigfache Schattierungen“, zitierte Konzern aus dem Bericht der Anwälte.

Der Aufsichtsrat sei so zu der Überzeugung gelangt, dass zu Einzelpersonen aus dem Kreis ehemaliger Vorstandsmitglieder derzeit keine konkreten Schlussfolgerungen möglich seien. Etwaige Konsequenzen für Einzelpersonen seien noch nicht entscheidungsreif. Es sei ein Gebot der Rechtstaatlichkeit, Fairness und Fürsorge vorschnelle Zuordnungen und Schlüsse zu vermeiden. Die Aufarbeitung der Affäre wird derweil immer teuerer: Allein im vergangenen Quartal habe Siemens 175 Millionen Euro dafür ausgegeben.

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