Siemens und Areva NP: Das Atom-Know-how ist futsch

KommentarSiemens und Areva NP: Das Atom-Know-how ist futsch

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Auf der Baustelle des größten Atomkraftwerks der Welt in Olkiluoto/Finnland

Mit dem Verkauf der Siemens-Anteile an den bisherigen Partner Areva NP endet das deutsche Reaktorbau-Kapitel. Ähnlich wie beim Airbus versuchte auch hier der französische Partner, den Einfluss der Deutschen zu minimieren. Ein Kommentar von WirtschaftsWoche-Redakteur Wolfgang Kempkens.

Sie sollten Risiken mittragen – wie das beim Bau des Kernkraftwerks im finnischen Olkiluoto. Dort laufen die Kosten aus dem Ruder, und die Fertigstellung verzögert sich um ein Jahr oder mehr. Siemens kann dort nicht steuernd eingreifen.

So gesehen ist der Ausstieg aus dem Reaktorbau im engeren Sinn nachvollziehbar.

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Zumal die Zukunftschancen - weltweit boomt der Bau von neuen Kernkraftwerken – wurden schon vorher vertan wurden. Da die Kernenergie im eigenen Land jahrzehntelang verteufelt wurde, sah Siemens Anfang des Jahrtausends keine Chance mehr, allein zu überleben. Kein Investor wollte Kernkraftwerke aus einem Land kaufen, das selbst die Kernenergie ablehnt, auch wenn es unbestritten die besten Anlagen der Welt sind.

Da schien es zunächst das kleinere Übel zu sein, das immense Siemens-Know-how mit den Franzosen zu teilen. Darum geht es jetzt nicht mehr. Wenn der Ausstieg abgeschlossen ist, ist das Wissen einfach futsch. Damit hat Deutschland nach dem Transrapid eine weitere Zukunftstechnologie abgeschrieben.

Mit der weltweit gefragten konventionellen Kraftwerkstechnik, die auch in kernenergetischen Anlagen für die Umsetzung der Wärmeenergie in Strom sorgt, bleibt Siemens noch ein Trumpf. Leistungsfähige Turbogeneratoren, speziell ausgelegt für Kernkraftwerke, will das Unternehmen künftig möglicherweise bevorzugt für den russischen Atomriesen Atomenergoprom bauen. Dessen Reaktoren haben jedoch nicht das in Deutschland übliche hohe Sicherheitsniveau

Bleibt zu hoffen, dass Areva NP wenigstens die deutschen Standorte Erlangen, Offenbach, Duisburg, Lingen und Karlstein am Main erhält. Dort sind rund 4200 Mitarbeiter beschäftigt.

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