SKF-Chef Tom Johnstone: "Keinesfalls gerechtfertigt"

SKF-Chef Tom Johnstone: "Keinesfalls gerechtfertigt"

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Sweden's SKF Chief Executive Officer Tom Johnstone speaks during a news conference in Bombay June 8, 2005. Earlier this year, SKF AG had proposed to buy out minority shareholders in its Indian unit SKF India and de-list the firm, but was unable to do so as shareholders wanted a higher price to exit. REUTERS/Adeel Halim

Tom Johnstone, Chef des schwedischen Wälzlagerriesen SKF, fürchtet Wettbewerbsverzerrungen bei Staatshilfen für Schaeffler.

WirtschaftsWoche: Herr Johnstone, noch ist es nicht sicher, ob Ihr Konkurrent Schaeffler staatliche Unterstützung erhält. Welche Folgen hätte eine derartige Unterstützung für Ihr Unternehmen?

Johnstone: Eine Unterstützung würde den Wettbewerb verzerren. Man darf nicht vergessen, was die Hauptursache für die aktuelle Situation bei Schaeffler ist. Es sind nicht die Probleme in der Automobilindustrie sondern die strategische Unternehmensentscheidung von Schaeffler. Dies rechtfertigt keinesfalls eine staatliche Unterstützung.

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Haben Sie mit der deutschen Regierung oder der Europäischen Kommission über den Fall Schaeffler und mögliche Konsequenzen für Ihre Branche und für SKF gesprochen?

Ja, wir sind mit den entsprechenden Stellen in Kontakt und haben unsere Sicht der Dinge dargelegt.

Wo konkurriert SKF mit Schaeffler?

SKF ist Weltmarktführer bei Wälzlagern und Schaeffler ist die Nummer zwei. Wir konkurrieren in beinahe allen Weltregionen und in allen Geschäftsbereichen.

Aber unsere Strategie ist es, die SKF-Gruppe stärker auf die industriellen Märkte auszurichten, um so die Abhängigkeit vom Automobilgeschäft zu reduzieren. Heute beläuft sich unser Umsatz mit diesen Kunden, den Automobil- und Lastkraftwagenherstellern, auf rund 18 Prozent des Gesamtumsatzes, was deutlich weniger ist als noch vor fünf Jahren.

Auch Schaeffler soll angeblich erwogen haben, sich vom Automobilgeschäft zu verabschieden, indem es an Continental weitergereicht wird.

Wir wollen uns keinesfalls aus dem Automobilgeschäft verabschieden. Wir entwickeln nach wie vor neue Lösungen für die Automobilindustrie. Ein aktuelles Beispiel sind energieeffiziente Lager, die helfen, die CO2-Emission dramatisch zu senken. Gleichzeitig investieren wir aber mehr, um unser Industriegeschäft auszubauen.

Welche Bedeutung hat denn für SKF als weltweit größter Wälzlagerhersteller der deutsche Markt?

Deutschland ist ein Schlüsselmarkt für uns und wir investieren enorm in den Ausbau. So haben wir in Schweinfurt, unserem größten Produktionsstandort, in den vergangenen drei Jahren mehr als 100 Millionen Euro investiert. Und wir bauen die Fertigung weiter aus. Unsere größte Akquisition in den vergangenen Jahren haben wir ebenfalls in Deutschland getätigt. Wir haben 2004 Willy Vogel in Berlin übernommen, ein weltweit führendes Unternehmen auf dem Gebiet der Schmiertechnik für Maschinen, Anlagen, Nutz- und Schienenfahrzeuge. 2003 beschäftigten wir 5900 Mitarbeiter in Deutschland, heute sind es 6800.

Welche Folgen hätte eine Insolvenz von Schaeffler für Ihre Branche, zum Beispiel bei Gleitlagern, wo Sie gemeinsame Produkte haben?

Dies wäre weder für die Industrie, noch für Deutschland und schon gar nicht für die Mitarbeiter wünschenswert. Aber: Eine Insolvenz durch eine Unterstützung der Regierung zu verhindern ist nicht der richtige Weg.

Ist SKF an gesunden Teilen von Schaeffler interessiert, und wenn ja, an welchen?

Kein Kommentar.

Stehen Sie in Verhandlungen mit Schaeffler oder den Banken, die Teile von Schaeffler verkaufen wollen?

Diese Frage sollten Sie den beiden genannten Parteien stellen.

Wie wird sich das Geschäft für SKF und Schaeffler in den kommenden Jahren entwickeln?

Aufgrund des weltweiten Abschwungs werden wir in diesem Jahr einen schwächeren Markt sehen. Das wird fast alle Branchen und Weltregionen treffen. Es ist schwierig vorherzusagen, wie lange dies dauert.

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