Social Media: PR-Schlacht schwächt Facebook

kolumneSocial Media: PR-Schlacht schwächt Facebook

Kolumne

Der Wind wird rauer in der Internetbranche: Mit verdeckten PR-Kampagnen versuchen sich die Big Player der Branche gegenseitig zu bekämpfen. Bei den deutschen Verbrauchern geht der Schuss nach hinten los, schreibt Holger Geißler von YouGov.

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Ein junger Mann surft auf der Startseite des Online-Netzwerkes "Facebook"

Die Zeiten, in denen Google die unangefochtene Nummer eins am Internethimmel war, sind längst vorbei: Facebook, Twitter, Microsoft und weitere Anbieter spielen in der Branche eine immer bedeutendere Rolle. Wie hart der Kampf um Marktanteile mittlerweile geworden ist, wurde spätestens in den vergangenen Tagen für jedermann ersichtlich. Verdeckte PR-Aktivitäten von Facebook und Microsoft, die Google in einem schlechten Licht erscheinen lassen sollten, erregten die Aufmerksamkeit der deutschen Verbraucher. Monate zuvor warf Google der Microsoft-Suchmaschine Bing öffentlichkeitswirksam vor, Google-Suchergebnisse zu kopieren.

Wie das aktuelle Beispiel Facebook vs. Google zeigt, gefallen solche falschen Spielchen den Deutschen offensichtlich nicht: Die ohnehin bereits schwachen Imagewerte von Facebook sanken in den vergangenen Tagen nochmals. Dies sind die Ergebnisse einer Imageanalyse, die auf dem Markenmonitor YouGov BrandIndex basiert. Aktuell bewegen sich die Werte mit rund -3 BrandIndex-Punkten auf negativem Niveau. Das ist für ein so prominentes Netzwerk überraschend schlecht.

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In den Monaten zuvor hatte sich das Image von Facebook in Deutschland zunächst noch verbessert – nun könnte sich der Trend wieder umkehren. Auch mit diesen schwächeren Werten liegt Facebook allerdings derzeit noch immer vor dem Konkurrenten StudiVZ, der in den vergangenen Monaten unbeliebter geworden ist.

Google weiterhin vorne

Ein vor kurzem bekannt gewordenes Datenleck im Facebook-Netzwerk dürfte sich ebenfalls negativ auf die Imagewerte der Marke ausgewirkt haben. Als Marke mit einem schwachen Markenkern reagiert Facebook besonders schnell und vergleichsweise stark auf derartige Meldungen. Sehr interessant ist, dass Facebook in anderen Ländern wie den USA wesentlich beliebter ist als hierzulande und unter den aktuellen Vorfällen nicht gelitten hat. Ein Phänomen, das bei ähnlichen Themen hierzulande schon häufiger zu beobachten war.

Obwohl derzeit auch in der Kritik, ist im Falle von Microsoft kein Imageeinbruch erkennbar, im Gegenteil: Zuletzt konnte Microsoft sogar einige Punkte zulegen und erreicht aktuell rund 75 BrandIndex-Punkte. Auch im Falle von Google – derzeit wegen einer Sicherheitslücke im Betriebssystem Android in den Schlagzeilen – leidet die Beliebtheit der Marke bisher noch nicht. Google gehört zu den beliebtesten Marken der Deutschen.

Facebook gibt sich bei schlechten Nachrichten traditionell gelassen. Dabei dürfte das Unternehmen stärker an einem guten Image interessiert sein, als es auf den ersten Blick den Anschein macht. Schließlich könnte gerade in Deutschland ein schlechter Ruf einige Unternehmen davon abhalten, in dem Netzwerk zu werben. Und auch für ein weiteres Vordringen in lukrative und für Facebook potenzialstarke Alterssegmente ist die aktuelle Markenschwäche nicht förderlich.

Zur Untersuchung: Der YouGov BrandIndex ist ein Markenmonitor. Auf der Basis einer täglichen Befragung von 1000 Personen ermöglicht dieses forschungsbasierte Tool zur Markenführung tagesaktuelle Imageanalysen von über 500 Marken aus 20 Branchen.

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