Software : Microsoft schockiert die Märkte

Software : Microsoft schockiert die Märkte

Bild vergrößern

Schockierende Zahlen für den Vorstandsvorsitzenden von Microsoft, Steve Ballmer

Zum ersten Mal seit dem Börsengang vor mehr als 20 Jahren verzeichnet Microsoft ein Umsatzrückgang, der Gewinn brach sogar um fast ein Drittel ein, die Anleger sind geschockt. Zudem gibt es erst im kommenden Jahr Hoffnung auf Besserung.

Alles schien rosig in jüngster Zeit für den Microsoft-Chef Steve Ballmer: Mit seiner neuen Suchmaschine "Bing" erzielte der Konzern einen Achtungserfolg gegen Googe, den Dauerrivalen im Kampf um das Internet. Auch die Testversionen des neuen Betriebssystems Windows 7 lobten das Unternehmen ungewohnt oft. Es schien, als könnte das Unternehmen, dass gerade im Kampf gegen Google oft recht alt aussah zum Gegenschlag ausholen.

Doch auf die Früchte dieser Arbeit muss der weltgrößte Softwarekonzern noch warten. Erst einmal haben die Wirtschaftskrise und die Flaute am PC-Markt Microsoft weit drastischer getroffen als erwartet. Der Gewinn brach im vergangenen Quartal um fast 30 Prozent auf 3,0 Milliarden Dollar (2,1 Mrd Euro) ein. Der Umsatz fiel um 17 Prozent auf 13,1 Milliarden Dollar. Erstmals seit dem Börsengang 1986 beendet Microsoft damit ein Geschäftsjahr mit einem Umsatzminus.

Anzeige

Mit seinen Zahlen für das Ende Juni abgeschlossene vierte Geschäftsquartal verfehlte der Konzern die Erwartungen der Analysten klar. Drei Monate vor dem mit Spannung erwarteten Start des neuen Betriebssystems Windows 7 zeigten sich Anleger massiv enttäuscht. Microsoft-Titel stürzten nach zuletzt deutlichen Gewinnen am Donnerstagabend nachbörslich um rund acht Prozent ab.  

Microsoft erwartet erst 2010 Besserung

„Es gibt ein paar Anzeichen, dass wir zumindest das Schlimmste hinter uns haben“, sagte Finanzchef Chris Liddell. Doch trotz der möglichen Stabilisierung gab er für den Rest des Jahres keine wirkliche Entwarnung: Eine wirtschaftliche Besserung sei erst 2010 zu erwarten.

Der Konzern tritt nun noch mehr auf die Kostenbremse. Das Abschneiden von Microsoft gilt als wichtiger Gradmesser für die weitere Entwicklung der Technologiebranche aber auch für die Wirtschaft insgesamt, weil praktisch alle Unternehmen Computer nutzen. Andere IT-Giganten wie IBM und Intel hatten zuletzt mit ihren Prognosen für vorsichtigen Optimismus gesorgt.

Hoffen auf Windows 7

In Deutschland fiel das Microsoft-Geschäft besser als konzernweit aus. „Deutschland läuft gut. Wir wachsen“, sagte Landeschef Achim Berg. Bei den Firmenkunden hätten zuletzt besonders die Finanz- und die Chemiebranche deutlich zugelegt - ebenso Ämter und Verwaltungen. Deutschland ist für Microsoft nun nach Umsatz der drittgrößte Markt hinter den USA und Japan. Gerade wurde Großbritannien überholt. Konkrete Zahlen nennt der Konzern für einzelne Länder nicht.

Große Hoffnungen setzt Microsoft nun auf sein neues Betriebssystem Windows 7, das ab 22. Oktober für Endkunden zu haben ist. Weltweit laufen etwa 90 Prozent aller Personalcomputer mit einem Microsoft- System. Die derzeitige Version Windows Vista hatte enttäuscht. Im gesamten Geschäftsjahr 2008/2009 (30.6.) fiel der Umsatz um drei Prozent auf 58,4 Milliarden Dollar. Der Gewinn sackte um fast 18 Prozent auf 14,6 Milliarden Dollar ab.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%