Software: Microsoft: Sturm vor der Ruhe

KommentarSoftware: Microsoft: Sturm vor der Ruhe

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Michael Kroker

Mit der Nachricht über sinkenden Umsatz und Gewinn sorgt der weltgrößte Softwarekonzern für einen kleinen Schock. Tatsächlich kann Microsoft optimistischer in die Zukunft blicken, als es aktuell aussieht: Der Konzern bringt in den kommenden Monaten die Nachfolger seiner Erfolgsprodukte Windows und Office auf den Markt – sie dürften für neues Wachstum sorgen. Ein Kommentar von WirtschaftsWoche-Redakteur Michael Kroker.

Um rund acht Prozent sackte der Kurs der Microsoft-Aktie, weil Umsatz und Gewinn im vierten Quartal des Ende Juni abgelaufenen Geschäftsjahrs stärker geschrumpft  waren als von den Analysten erwartet: Der Umsatz fiel um 17 Prozent auf rund 13 Milliarden Dollar, beim Gewinn verzeichnete die Windows-Company gar ein Minus von 30 Prozent auf drei Milliarden Dollar.

Damit verzeichnet der Konzern aus Redmond im US-Bundesstaat Washington eine Premiere, auf die er gewiss gerne verzichtet hätte: Erstmals in den 23 Jahren seit dem Börsengang 1986 schrumpft der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr.

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Microsofts Botschaft wirkt wenig positiv

Die Reaktion der Börse wundert nicht, gilt Microsoft neben anderen US-Giganten wie dem Chiphersteller Intel sowie den IT-Komplettanbietern IBM und Hewlett-Packard – allesamt auch Schwergewichte im US-Leitindex Dow Jones – als wichtiger Gradmesser für die Hightech-Industrie. Doch während jüngst IBM und Intel bei ihren Quartalsprognosen vorsichtigen Optimismus ausstrahlten, wirkt Microsofts Botschaft wenig positiv, zumindest auf den ersten Blick: Denn die Zahlen beweisen eindrucksvoll, dass insbesondere der seit geraumer Zeit schwächelnde PC-Markt – die Computerverkäufe sind in diesem Jahr erstmals seit 2001 wieder rückläufig – voll auf Microsofts Geschäft durchschlägt. Gleichzeitig haben auch Unternehmenskunden ihre IT-Budgets wegen der Wirtschaftskrise reduziert und verschieben Technologieanschaffungen auf bessere Zeiten.

Gut möglich aber, dass bei Microsoft derzeit eher der Sturm vor der Ruhe herrscht. Grund: Zum einen verwies Finanzchef Chris Lidell bei der Präsentation der Zahlen darauf, es gebe "Anzeichen, dass wir zumindest das Schlimmste hinter uns haben." Überdies ist Microsofts Produktpipeline für die kommenden Monate proppevoll. „Ich bin optimistischer für das Zukunftspotential unserer Branche als jemals zuvor“, beschwor Microsoft-Boss Steve Ballmer die Zuhörer auf der weltweiten Partnerkonferenz des Konzerns in der vergangenen Woche in New Orleans.

Auf Wachstumskurs ab Oktober

So bringen Ballmers Mannen am 22. Oktober das neue Betriebssystem Windows 7 in die Läden. Im Gegensatz zur aktuellen Version Vista, die als Flop gilt, haben unabhängige Marktanalysten den Nachfolger mit vergleichsweise vielen Vorschusslorbeeren versehen. Vor diesem Hintergrund erscheint der Umsatzrückgang mit fast 30 Prozent in der Windows-Sparte – das stärkste Minus aller Microsoft-Geschäftsbereiche – auch in einem anderen Lichte. Denn wer kauft noch eine Software mit Macken, wenn der deutlich verbesserte Nachfolger in wenigen Monaten in die Läden kommt?

Ebenfalls große Hoffnungen verbindet Microsoft mit dem Büropaket Office 10, das im ersten Halbjahr des kommenden Jahres auf den Markt kommen soll. Wenn die neuen Windows- und Office-Programme auch nur halbwegs so einschlagen, wie von vielen Marktbeobachtern erwartet, dürfte Microsoft im kommenden Geschäftsjahr wieder zurück auf Wachstumskurs kommen.

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