Software: SAP: Verein der Belegschaftsaktionäre gegründet

Software: SAP: Verein der Belegschaftsaktionäre gegründet

SAP-Chef Leó Apotheker muss sich neben dem Betriebsrat ab sofort auch mit einer weiteren internen Interessenvereinigung auseinandersetzen: Dem Verein der SAP-Belegschaftsaktionäre.

Als Anfang 2006 drei SAP-Mitarbeiter unter Androhung einer gerichtlichen Erzwingung die erste Betriebsratswahl bei dem Softwarekonzern aus Walldorf anstießen, war die Aufregung im Mangement rund um Vorstandssprecher Henning Kagermann und Beschäftigten noch groß. Nun erwächst SAP-Chef Leó Apothekter, der von der Hauptversammlung im Mai an als alleiniger Kagermann-Nachfolger agieren wird, eine zweite unternehmensinterne Interessenvereinigung.

So haben im Februar zwölf aktive und ehemalige SAP-Mitarbeiter einen „Verein von Belegschaftsaktionären der SAP AG, e.V.“ gegründet. Die Leitung übernehmen zwei langjährige Arbeitnehmervertreter aus dem SAP-Aufsichtsrat: Zum Vorsitzenden wählten die zwölf Gründungsmitglieder Bernhard Koller; eine von zwei Stellvertretern ist Helga Classen, die lange Zeit als stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende fungierte und überdies bis Mitte 2008 erste Betriebsratschefin der Walldorfer war.

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Sicherung der Arbeitsplätze

„Der Verein ist notwendig, weil der Aktienkurs nicht immer den tatsächlichen Wert eines Unternehmens zeigt“, sagt Koller. Laut vorläufiger Satzung, die der WirtschaftsWoche vorliegt, will der Verein „neben einer angemessenen Wertsteigerung des Kapitals auch andere [...] wichtige Ziele verfolgen. Hierzu gehören insbesondere die Sicherung und Qualität der Arbeitsplätze.“ SAP will die Belegschaft in diesem Jahr um 640 Vollzeitstellen verkleinern. Bis zum 30. März konnten sich SAP-Beschäftigte im Intranet eintragen, um ihren Arbeitsplatz gegen eine großzügige Abfindung aufzugeben. Das haben nach Informationen der WirtschaftsWoche aus SAP-Betriebsratskreisen rund 800 Mitarbeiter getan. Die Verhandlungen über Aufhebungsverträge haben am 1. April begonnen.

Bis zur Hauptversammlung will das Team um Koller möglichst viele Anteilseigner unter den SAP-Mitarbeitern davon überzeugen, dem Verein ihre Stimmrechte zu übertragen. Bei SAP gibt man sich einstweilen gelassen: „Die Gründung des Vereins ermöglicht einen zielgerichteten Dialog mit dieser für uns bedeutenden Gruppe, die ja zwei der wichtigsten Stakeholder in sich vereint – nämlich unsere Mitarbeiter und unsere Aktionäre“, so der offzielle Kommentar aus Walldorf.

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