Software: Siemens hat Wartungsvertrag mit SAP zum Jahresende gekündigt

Software: Siemens hat Wartungsvertrag mit SAP zum Jahresende gekündigt

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ARCHIV - Passanten gehen am 8. Juli 2008 am Siemens-Forum in München vorbei.

Der Softwarekonzern SAP bangt um einen seiner größten Kunden, denn Siemens hat seinen Wartungsvertrag gekündigt. Es geht um Millionen und eine mögliche Signalwirkung auf andere SAP-Kunden.

Seit Ende Mai steht Léo Apotheker allein an der Spitze des Softwarekonzerns SAP, schon droht ihm der Verlust eines prestigeträchtigen Auftrags.

Denn Siemens hat nach Informationen der WirtschaftsWoche seinen aktuellen Wartungsvertrag mit SAP zum Ende dieses Jahres gekündigt. Mit der Wartungspauschale, die bei Großkunden derzeit 17 Prozent der Lizenzkosten pro Jahr beträgt, bezahlen SAP-Anwender den Support sowie regelmäßige Updates ihrer Software.

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Siemens ist einer der größten SAP-Kunden überhaupt: Mehr als 160.000 Mitarbeiter weltweit nutzen die SAP-Software. Allein für Wartung bezahlt Siemens einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag im Jahr; "mehr als 30 Millionen Euro", schätzt ein Analyst, der ungenannt bleiben will.

Andere SAP-Kunden könnten abspringen

Diese Wartungsausgaben habe Siemens "deutlich reduzieren wollen", sagt ein Analyst, der ebenfalls von der Siemens-Kündigung weiß. Weil SAP sich diesbezüglich nicht bewegt habe, habe Siemens den Vertrag "schon vor einigen Wochen" gekündigt.

Als potenzielle Alternativanbieter für Fremdsupport würden bereits IBM, der indische Anbieter HCL sowie der US-Dienstleister Rimini Street geprüft, heißt es.

SAP-Chef Apotheker steckt in der Zwickmühle: Sonderkonditionen kann er Siemens nicht gewähren. „Denn die Schlange der Unternehmen, die jene dann auch wollen, reicht einmal um den Globus“, sagt ein Kenner des Geschäfts.

Lässt er Siemens indes ziehen, dürfte das erst recht als Signal wirken. „Denn viele andere Unternehmen überlegen auch bereits, bei der Wartung auf Fremdanbieter zurückzugreifen“, sagt der Branchenexperte. Siemens und SAP wollten sich dazu nicht äußern.

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24 Kommentare zu Software: Siemens hat Wartungsvertrag mit SAP zum Jahresende gekündigt

  • Schon das ManagerMagazin hat auf die verzwickte Lage der SAP hingewiesen und schon damals als der Topp-Mann Shai Agasi SAP verlassen musste wurde in der Fachwelt debattiert, dass dem Unternehmen damit erhebliches Fachwissen und allgemeine Kompetenz verloren ginge. Aber so sei es, der schwerfällige Kahn SAP will sich halt nicht so recht bewegen und viele die mit der Software arbeiten, damit meine ich nicht anwenden, haben eine sehr zwiespältige Meinung. Love it or Hate it, die Tendenz wird immer eindeutiger. Und wenn jetzt Siemens als Aushängeschild wegfällt, sehe ich SAP sehr bald als Übernahmekandidaten für Oracle, HewlettPackard oder vielleicht sogar Microsoft.

  • Wartung von Fremdanbietern ist die neue Welle überhaupt. SAP hat ein doppeltes Kostenproblem: 1. teure Lizenzen, 2. teure Wartung. Nun werden die Kunden wenigstens den 2. Punkt in Angriff nehmen können.

    Noch besser sieht es auch bei Open Source - Anbietern. Denn der Punkt 1 entfällt, Punkt 2. wird man zunehmend ähnlich wie siehe oben handhaben. So bekommt man die Software umsonst, und billigen Support noch dazu. Es gibt keinen Grund, für den teuren Support von Open Source herstellern zu blechen. Das ist der Tipp des Jahrhunderts.

  • SAP hat Probleme mit Kunden in der Vergangenheit geräuschlos gelöst. Höhere Rabatte gehörten zum Standardrepertoire. Dass eine solche Meldung an die Öffentlichkeit kommt (guter Artikel übrigens), zeigt, das in Walldorf nicht nur die zukunftsträchtigen Produkte fehlen, sondern inzwischen auch das 'Händchen' für den Markt. Wer den Geschäftsbericht der SAP auch nur oberflächlich liest, merkt, wie hoch die Umsätze und vor allem die Erlöse aus dem Support sind. Was SAP mit dem ungünstig lanciertern Enterprise Support begonnen hat, nehmen jetzt Marktbegleiter der SAP freudig auf.
    Der Kunden wird diesmal wirklich der lachende Dritte sein.
    Dass dieser mögliche Dammbruch ausgerechnet von Siemens begonnen wird, die SAP vor vielen Jahren in schwierigen Zeiten das Überleben sicherten, ist ein weiteres Signal. Ob es in Paris, äh Walldorf gehört wird, bleibt zu hoffen.

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