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Software: Siemens hat Wartungsvertrag mit SAP zum Jahresende gekündigt

von Michael Kroker

Der Softwarekonzern SAP bangt um einen seiner größten Kunden, denn Siemens hat seinen Wartungsvertrag gekündigt. Es geht um Millionen und eine mögliche Signalwirkung auf andere SAP-Kunden.

ARCHIV -  Passanten gehen am Quelle: AP
ARCHIV - Passanten gehen am 8. Juli 2008 am Siemens-Forum in München vorbei. Quelle: AP

Seit Ende Mai steht Léo Apotheker allein an der Spitze des Softwarekonzerns SAP, schon droht ihm der Verlust eines prestigeträchtigen Auftrags.

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Denn Siemens hat nach Informationen der WirtschaftsWoche seinen aktuellen Wartungsvertrag mit SAP zum Ende dieses Jahres gekündigt. Mit der Wartungspauschale, die bei Großkunden derzeit 17 Prozent der Lizenzkosten pro Jahr beträgt, bezahlen SAP-Anwender den Support sowie regelmäßige Updates ihrer Software.

Siemens ist einer der größten SAP-Kunden überhaupt: Mehr als 160.000 Mitarbeiter weltweit nutzen die SAP-Software. Allein für Wartung bezahlt Siemens einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag im Jahr; "mehr als 30 Millionen Euro", schätzt ein Analyst, der ungenannt bleiben will.

Andere SAP-Kunden könnten abspringen

Diese Wartungsausgaben habe Siemens "deutlich reduzieren wollen", sagt ein Analyst, der ebenfalls von der Siemens-Kündigung weiß. Weil SAP sich diesbezüglich nicht bewegt habe, habe Siemens den Vertrag "schon vor einigen Wochen" gekündigt.

Als potenzielle Alternativanbieter für Fremdsupport würden bereits IBM, der indische Anbieter HCL sowie der US-Dienstleister Rimini Street geprüft, heißt es.

SAP-Chef Apotheker steckt in der Zwickmühle: Sonderkonditionen kann er Siemens nicht gewähren. „Denn die Schlange der Unternehmen, die jene dann auch wollen, reicht einmal um den Globus“, sagt ein Kenner des Geschäfts.

Lässt er Siemens indes ziehen, dürfte das erst recht als Signal wirken. „Denn viele andere Unternehmen überlegen auch bereits, bei der Wartung auf Fremdanbieter zurückzugreifen“, sagt der Branchenexperte. Siemens und SAP wollten sich dazu nicht äußern.

24 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 15.09.2009, 17:28 UhrFranz

    Und schon erscheint SAP-Reklame auf wiwo.de
    Sehr interessant!

  • 15.09.2009, 14:41 UhrMontelucon

    So einfach mal den Servicvertrag kündigen?

    Das kann doch eigentlich nur bedeuten, dass sich Siemens langfristig - zumindest teilweise - von SAP als System verabschieden will.

    Wenn die SAP sich da nicht ganz schnell bewegt, dann wird das wohl der Anfang vom Ende als größtes Softwarehaus sein.

    Montelucon

  • 15.09.2009, 13:47 UhrStella

    Siemens supportet seine SAP-Systeme weitestgehend selbst. bei diesem Thema steckt mehr dahinter: wenn der Servicevertrag gekündigt wird, erhält man keine Updates/Releases etc. mehr - man muss dann die gesamte Softwarelizenzen neu kaufen!
    SAP und Arroganz? Siemens ist da nicht viel anders ...
    Doch wenn man bedenkt, dass Siemens seinerzeit maßgeblich an der R/3-Entwicklung, weg von Mainframe hin zu Client-Server, beteiligt war bzw. mit finanziert hat - sehr unglücklich!

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