Software: Teradata setzt auf weitere Zukäufe

Software: Teradata setzt auf weitere Zukäufe

von Michael Kroker

Der Chef des Softwarehauses Teradata, Michael Koehler, über die wachsende Datenmenge, Zukäufe und den Sinn von Facebook und Twitter.

WirtschaftsWoche: Herr Koehler, Teradata ist einer der wenigen Softwareanbieter, die noch unabhängig sind. Aber schon sollen SAP, Microsoft oder ein anderer Softwarekonzern ein Auge auf Teradata geworfen haben. Wie lange können Sie widerstehen?

Koehler: Wir konzentrieren uns darauf, unser Geschäft auszubauen und den Shareholdervalue zu steigern. Der Börsenwert von Teradata ist seit der Abspaltung von unserer einstigen Muttergesellschaft NCR im Jahr 2007 von 5,0 auf zuletzt rund 8,5 Milliarden Dollar gestiegen. Diesen Pfad müssen wir weitergehen und unseren Aktienkurs steigern – das ist die beste Versicherung dagegen, geschluckt zu werden.

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Teradata bietet Software zur Analyse von Datenbeständen in Unternehmen an und konnte den Umsatz 2010 um 13 Prozent steigern. Ein bisschen wenig angesichts der schnell wachsenden Datenmengen.

Koehler: Sagen wir mal so: Unsere Wachstumsperspektiven sind gut. Das Marktforschungsunternehmen IDC hat einen Faktor 44 bei den Datenvolumina von heute bis zum Jahr 2020 prognostiziert. Es wäre doch schön, wenn wir von diesem Trend wenigstens ein bisschen profitieren könnten.

In diesem Jahr haben Sie für zwei Zukäufe fast 900 Millionen Dollar ausgegeben. Welche Übernahmen stehen noch an?

Koehler: Ich kann und will nicht Größe oder Sonstiges kommentieren. Was ich aber sagen kann: Wir suchen ständig nach Unternehmen, deren Portfolio zu dem unsrigen passt und die wir übernehmen können. Das ist das stete Abwägen der Optionen Selbermachen versus Kaufen versus Kooperieren. Wenn wir etwas finden, das Sinn ergibt, schlagen wir zu.

Das Segment der analytischen Software erlebte in den vergangenen Jahren eine starke Konsolidierung, so zahlte etwa SAP für Business Objects fast fünf Milliarden Euro. Was macht Sie und Ihre Wettbewerber so begehrenswert?

Koehler: Nach dem „Warum“ müssten Sie eigentlich die jeweiligen Käufer fragen. Aber von unserer Warte aus gilt: Es ist viel einfacher, in einem bestimmten Segment Marktführer zu sein, wenn man nur auf eine begrenzte Anzahl von Geschäftsfeldern fokussiert ist wie eben Teradata. Durch die Konsolidierung und die immer breiteren Portfolios wird dies für andere Softwarehersteller schwieriger, denn das schafft Komplexität innerhalb einer Unternehmensorganisation. Wir haben die Vorteile der Fokussierung durch die Abspaltung von NCR ja am eigenen Leibe erlebt. Genau aus dem Grund wollen wir auch unabhängig bleiben.

Cloud Computing ist das große Thema. Doch viele Unternehmen schrecken davor zurück, sensible Daten übers Internet in externen Rechnern zu speichern. Und vor Kurzem fielen beim Cloud-Anbieter Amazon die Rechner aus. Was folgt daraus?

Koehler: Es nicht das erste Mal, dass Amazon mit derartigen Ausfällen seiner Cloud-Systeme zu kämpfen hatte. Daher ist der Ausfall gewissermaßen ein Warnsignal, dass Unternehmen nicht blind jede IT-Anwendung in die Internet-Wolke verlagern sollten. Die Data-Warehouse-Software von Teradata ist für viele Unternehmen aber geschäftskritisch – und damit zumindest aktuell kein Kandidat für das Cloud Computing.

Welche Konsequenzen hat der Vorfall für Ihre Cloud-Pläne?

Koehler: Wir haben aktuell zwei internetbasierte Anwendungen im Angebot. Was weitere Cloud-Produkte betrifft, gibt es technische Hürden wie etwa die Systemverfügbarkeit oder die Software-Performance, die wir gemeinsam mit unseren Cloud-Partnern überwinden müssen.

Wie stark profitiert Teradata von der Verbreitung sozialer Netzwerke wie Facebook oder Twitter?

Koehler: Durch jede neue Form von Daten wie etwa Audio- oder Videodateien wächst der Druck, sich damit zu befassen. Unternehmen, die damit nicht umgehen können, werden höhere Kosten in Kauf nehmen müssen, denn man kann die Datenexplosion nicht stoppen. Daher müssen auch Firmenkunden lernen, mit sozialen Netzwerken oder Blogs umzugehen und möglichst einen Nutzen herauszuschlagen.

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