Softwarekonzern: SAP-Quartalszahlen sind gut, aber nicht gut genug

KommentarSoftwarekonzern: SAP-Quartalszahlen sind gut, aber nicht gut genug

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Das SAP-Logo auf der CeBit.

von Michael Kroker

Im dritten Geschäftsquartal verzeichnete SAP einen Wachstumsschub - vor allem dank der Sybase-Akqusition. Ob die Übernahme auch zu zusätzlichen Erlösen durch neue Produkte führt, müssen die SAP-Bosse indes noch beweisen.

Die heute vorgelegten Zahlen fürs dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahres beim Walldorfer Softwarekonzern SAP überzeugen - zumindest auf den ersten Blick: Zwanzig Prozent Plus beim Umsatz auf rund drei Milliarden Euro; die wichtigen, weil für Folgeumsätze beim Service verantwortlichen Softwareerlöse schnellen gar um ein sattes Viertel auf 656 Millionen Euro nach oben. Ist SAP bereits zurück auf dem Pfad dauerhaft zweistelliger Wachstumsraten, so wie es die beiden Vorstandschefs Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe kurz nach ihrem Amtsantritt im Februar als Marschrichtung vorgaben?

Zur Bejahung dieser Frage ist es indes noch zu früh - aus zweierlei Gründen. Zum einen haben die Walldorfer beim Nettogewinn nur um 12 Prozent zulegen können und damit die Erwartung der Finanzanalysten verfehlt. Erzrivale Oracle hatte dagegen erst im September beim Umsatz wie beim Gewinn positiv überrascht. Das allein ist eine Enttäuschung.

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Zum anderen war da ja noch was: Richtig, der im Mai zugekaufte US-Softwareanbieter Sybase. So berechnet SAP in dem Ende September abgelaufenen Quartal erstmals die Zahlen von Sybase mit ein. Ohne den Akquisitionsturbo hätte der Umsatz aber nur um 15 Prozent zugelegt; ohne Berücksichtigung der aktuell zugunsten von SAP laufenden Währungskurseinflüsse läge das Plus sogar nur bei bescheidenen sieben Prozent.

Stammgeschäft hat mitnichten angezogen

Wirklich angezogen hat das Stammgeschäft der Walldorfer also mitnichten. Und auch dass der Kauf von Sybase zusätzliche Erlöse aufgrund neuer Produkte generieren kann - etwa bei mobilen Anwendungen auf iPad & Co - müssen die SAP-Chefs McDermott und Snabe noch unter Beweis stellen. Bisher sind sie diesbezüglich vergleichsweise zurückhaltend, trotz aller gegenteiliger Beteuerungen: So beließ SAP den Ausblick fürs Gesamtjahr unverändert: Demnach sollen Software- und softwarebezogene Serviceerlöse auf Jahressicht zwischen neun und elf Prozent steigen (im dritten Quartal legten sie 20 Prozent zu).

Langfristig dürfte das den SAP-Aktionären nicht genügen. Heute jedenfalls straften die Anleger die Walldorfer Aktie zum Handelsbeginn mit einem Minus von vier Prozent ab. Ohne dauerhaft zweistellige Wachstumsraten fehlt Phantasie für den seit langem enttäuschenden SAP-Börsenkurs. Das wiederum dürfte den Gerüchte über einen möglichen SAP-Kauf durch einen Konkurrenten neue Nahrung geben, von den Folgen eines solchen Schritts für den Standort Deutschland ganz zu schweigen.

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