Solar Millennium: Gewinnwarnung nach Streit mit Claassen

Solar Millennium: Gewinnwarnung nach Streit mit Claassen

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Der ehemalige Vorstandsvorsitzende von Solar Millennium, Utz Claassen, hat seinen alten Arbeitgeber verklagt

von Niklas Hoyer

Die Erlanger Solar Millennium warnt vor einem Millionenrisiko - angeblich aus dem Rechtsstreit mit Ex-Chef Utz Claassen. Der will Prämien nicht zurückzahlen. Doch daran kann es kaum liegen.

Der Rechtsstreit mit dem ehemaligen Chef Utz Claassen kostet die Aktionäre von Solar Millennium immer mehr Nerven. Am Mittwoch war bekannt geworden, dass Claassen vor Gericht die Wirksamkeit seiner Kündigung vom 15. März 2010 erstreiten will. Dabei geht es laut Solar Millennium um einen hohen einstelligen Millionenbetrag, den Claassen als Antrittsprämie und vorab gezahlte Erfolgsboni bekommen hat. Je nachdem ob Claassens Kündigung wirksam war oder nicht, müsste er diese Summe zumindest teilweise zurückzahlen. 

Nachdem der Versuch einer außergerichtlichen Lösung gescheitert ist, muss nun das Landgericht Nürnberg-Fürth über die Wirksamkeit der Kündigung entscheiden. "Der Aufsichtsrat der Solar Millennium AG geht davon aus, dass die gegenüber Claassen bestehenden Rückzahlungsansprüche nun gerichtlich durchgesetzt werden müssen. Aus diesem Sachverhalt ergibt sich ein Ergebnisrisiko für das laufende Geschäftsjahr im hohen einstelligen Millionenbereich", hieß es in der am Donnerstag veröffentlichten Gewinnwarnung von Solar Millennium. Doch die Argumentation überraschte viele Beobachter, denn Claassens Prämien sind schon ausgezahlt, bei der Abgabe der Ergebnisprognose konnte Solar Millennium nicht von einer Rückzahlung ausgehen. Neue Ergebnisrisiken dürften sich also allenfalls aus dem Prozesskostenrisiko ergeben, das aber kaum im einstelligen Millionenbereich liegen dürfte.

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Rechtsstreit geht weiter

Am Freitag reagierte Claassens Anwalt Harald Noack prompt mit einer erneuten Pressemitteilung. Solar Millennium habe "erneut unrichtige und irreführende Behauptungen" aufgestellt: "Die mit Vertragsabschluss fällig gewordenen Einmalzahlungen an Herrn Claassen sind seit langem erfolgt. Durch das Ausscheiden Claassens aus dem Unternehmen hat sich diesbezüglich nichts geändert. Wenn das Unternehmen nunmehr ein Ergebnisrisiko sieht, muss das also andere Gründe haben." Rückforderungs- oder Abfindungsansprüche spielten bei Claassens eingereichter Feststellungsklage keine Rolle.

Claassen hatte sein Amt Mitte März überraschend niedergelegt, nachdem er den Posten erst zum Jahresanfang angetreten hatte. In der ersten Pressemitteilung seines Anwalts Harald Noack vom Mittwoch hieß es zur Begründung: "Claassen fühlte und fühlt sich unter anderem über die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft, über ihre Entwicklungsperspektiven und über ihre technologische Position grob getäuscht." Zudem hätten sich zunehmend "für ihn nicht zu durchschauende Verbindungen und Interessensverquickungen" offenbart.

Solar Millennium hatte darauf noch am Mittwoch mit einer Stellungnahme reagiert. Dort hieß es, "die Pressemitteilung ist in entscheidenden Passagen sachlich falsch und insoweit geschäftsschädigend". Der Aufsichtsrat werde "kurzfristig strafrechtliche und zivilrechtliche Maßnahmen gegen Herrn Prof. Claassen und seine Berater veranlassen". Der Streit dürfte die Gerichte also noch eine Weile beschäftigen.

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