Solar Millennium: Umstrittener Gründer verlässt Aufsichtsrat

ThemaSolarenergie

Solar Millennium: Umstrittener Gründer verlässt Aufsichtsrat

Bild vergrößern

Hannes Kuhn: Der Aufsichtsrat und Gründer von Solar Millennium übt eine "dominante" Rolle aus

Der umstrittene Aufsichtsrat und Gründer von Solar Millennium, Hannes Kuhn, legt sein Mandat nieder. Er sieht sich als Opfer einer Hetzjagd.

Er galt als der Entscheider im Hintergrund, als graue Eminenz. Die Anweisungen des Pferdenarrs Kuhn, intern Stallorder genannt, waren bei der angeschlagenen Solar Millennium Gesetz. Nun legt der umstrittene Aufsichtsrat und Gründer von Solar Millennium, Hannes Kuhn, sein Mandat nieder -  mit sofortiger Wirkung, wie das Unternehmen am Montag mitteilte.

Ob sich Kuhn aber weiter im Unternehmen engagieren wird, etwa als Berater ohne offizielles Mandat, blieb in der Mitteilung offen. Die Aktionäre reagierten dennoch erleichtert: Der Aktienkurs legte in einer ersten Reaktion rund fünf Prozent zu, nachdem er vorher deutlich im Minus gelegen hatte.

Anzeige

Kuhn streitet Vorwürfe ab

Kuhn war seit Langem vorgeworfen worden, persönliche Interessen über die des Unternehmens zu stellen. Zudem erhob die Staatsanwaltschaft Düsseldorf im August Anklage wegen Betrugs gegen ihn. Dabei geht es um ein 2006 zusammengebrochenes Schneeball-System, der Düsseldorfer DM Beteiligungen AG. Über 8000 Anleger verloren damals rund 90 Millionen Euro. Die WirtschaftsWoche hatte schon 2009 über Kuhns mögliche Verstrickungen berichtet. Kuhn streitet die Vorwürfe ab. Seine dubiose Rolle war auch der wesentliche Grund für den Abgang von Kurzzeit-Chef Utz Claassen im März 2010.

Claassen war nach nur 74 Tagen im Amt geflüchtet - im Gepäck 9,2 Millionen Euro Antritts- und vorab gezahlte Erfolgsprämie.Der Streit zwischen dem Unternehmen und Claassen um die Rückzahlung dieser Prämie ruinierte den Ruf der Solar Millennium weiter. Nachdem Solar Millennium Mitte August auch noch überraschend die Pläne für das Vorzeigeprojekt, das geplante weltgrößte Solarkraftwerk im kalifornischen Blythe, gekippt hatte, rutschte das Unternehmen endgültig in eine schwere Krise.

"Mediale Hetzjagd"

In einer persönlichen Stellungnahme geht Kuhn jedoch nicht auf eigene Fehler ein. Vielmehr habe es eine "Medienkampagne" gegen ihn und seine Familie gegeben: "Vor dem Hintergrund dieser medialen Hetzjagd habe ich mich entschieden, mein Amt als Aufsichtsrat mit sofortiger Wirkung aus wichtigem Grund niederzulegen." Er habe "immer und ausschließlich das Interesse der Gesellschaft zur Grundlage" seines Handelns gemacht.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%