Solar: Überkapazitäten und Preissturz bedrohen deutsche Solarindustrie

Solar: Überkapazitäten und Preissturz bedrohen deutsche Solarindustrie

von Mario Brück und Dieter Dürand

Massive Überkapazitäten am Weltmarkt und ein daraus resultierender drastischer Preisverfall bei Solarstrom-Modulen treiben die deutschen Fotovoltaik-Hersteller in die roten Zahlen und bedrohen ihre Existenz.

Nach Berechnungen der Berliner Hochschule für Technik und Wissenschaft (HTW) für die WirtschaftsWoche steigen die weltweiten Produktionskapazitäten für Solarzellen dieses Jahr auf rund 30.000 Megawatt (MW) – die globalen Nachfrage bleibt mit 18.000 MW weit dahinter zurück. Als Folge des riesigen Überangebots ist ein heftiger Preiskampf ausgebrochen, der neben einer schwachen Auftragslage bei vielen deutschen Solarfirmen im ersten Quartal dieses Jahres zu teils drastischen Umsatz- und Gewinneinbrüchen geführt hat.

Die Preise etwa für monokristalline Solarmodule sind in Deutschland innerhalb eines halben Jahres um 14,4 Prozent von 1,60 Euro je Watt Leistung auf 1,37 Euro gefallen. HTW-Energieexperte Wolfgang Hummel sagt einen „massiven Verdrängungswettbewerb“ voraus.

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Angeführt wird er von chinesischen Markenherstellern wie Suntech, Yingli und Trina Solar, die massiv in neue Fabriken investieren. Sie können wegen ihrer Produktionskostenvorteile von rund 15 Cent je Watt trotz des Preisverfalls weiter profitabel arbeiten, während deutsche Solarfirmen wie Conergy oder Q-Cells Verluste schreiben.

Und der Druck aus China wächst. Eine Befragung der HTW unter 200 chinesischen Modulherstellern ergab, dass mehr als die Hälfte ihre Exporte nach Deutschland ausweiten oder erstmals hierher liefern wollen. Schon heute kommt fast jede zweite neue Solaranlage in Deutschland aus chinesischer Produktion. „Die deutschen Unternehmen werden auf ihrem Heimatmarkt von ausländischen Anbietern förmlich überrannt“, sagt HTW-Experte Hummel.

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