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Solarbranche: Die fetten Jahre sind vorbei

von Patrick Kremers

Tiefrote Zahlen, kaum Nachfrage: Die deutsche Solarindustrie wird zum großen Verlierer der Energiewende. Schuld an der Misere sind nicht nur die Konkurrenten aus Asien, sondern auch deutsche Subventionen.

Ein Solarmodul der Conergy AG Quelle: dapd
Ein Solarmodul der Conergy AG Quelle: dapd

Nach der Reaktorkatastrophe in Japan und dem Ausstieg aus der Kernkraft schien klar, dass die erneuerbaren Energien in Deutschland einen Boom erleben. Und klar schien auch, dass davon besonders die Solarbranche profitieren wird - gelten Solarzellen hierzulande doch als Symbol für grünen Strom. Doch am Himmel ziehen düstere Wolken auf: Ausgerechnet die Solarbranche steckt in einer Krise und droht zum Verlierer der Energiewende zu werden.

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Beispiel Q-Cells: Noch vor wenigen Monaten galt das Unternehmen aus Sachsen-Anhalt als Branchenprimus, wurde wegen seines starken Wachstums im Jahr 2009 sogar als „Business of the Year“ ausgezeichnet. Heute kommen aus der Zentrale des Solarzellenherstellers fast nur schlechte Nachrichten. Im zweiten Quartal des Jahres hat Q-Cells rund 355 Millionen Euro Verlust gemacht. „2011 wird ein schwieriges Jahr“, sagt der Vorstandsvorsitzende Nedim Cen und kündigt einen Konzernumbau an. Die Produktion von Solarzellen wird in Malaysia konzentriert, dafür soll die Hälfte der Kapazitäten in Deutschland geschlossen werden. Die Verwaltungskosten werden um 30 Prozent gesenkt. Und außerdem werden Stellen wegfallen - wie viele, ist noch offen.

Tiefrote Zahlen

Auch Solon hat Probleme. Wegen schwacher Nachfrage hat der Hersteller von Solarmodulen im ersten Halbjahr seinen Verlust auf 63 Millionen Euro ausgeweitet. Der Umsatz ging um acht Prozent auf 222 Millionen Euro zurück. Rund 70 Millionen Euro muss das angeschlagene Unternehmen sparen, um wieder in die Gewinnzone zu kommen. Doch die Gläubiger sind bereits ungeduldig, schon seit Monaten verhandelt Solon-Chef Stefan Säuberlich mit den Banken über eine Kreditverlängerung.

Schlechte Nachrichten gibt es auch vom Photovoltaik-Unternehmen Phoenix Solar. Wegen der geringen Nachfrage nach Solarparks ist die Produktion nicht ausgelastet, in den Lagern stapelt sich die Ware. Im ersten Halbjahr setzte das Unternehmen 141 Millionen Euro um, etwa 60 Prozent weniger als im Vorjahr. Deutliche Verluste machte Conergy aus Hamburg. Obwohl das Solarunternehmen den Umsatz im Vergleich zum ersten Quartal um 40 Prozent steigern konnte, macht Conergy unterm Strich einen Verlust von 13,5 Millionen Euro. Der Solartechnikkonzern SMA Solar hat im zweiten Quartal einen operativen Gewinn von 90 Millionen Euro gemacht, im Vorjahr waren es noch 127,5 Millionen. Trotz der Einbußen hat der Konzern aus Niestetal die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen. 

26 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 15.08.2011, 20:21 UhrAnonymer Benutzer: Nicolo

    @no_eeg

    Sie sollten den Artikel zu ihrem Link besser lesen! Denn wie Sie sehen, "wissen" die Experten eigentlich nichts, sondern sind sich nur darin einig, dass sie sich uneinig sind. Von 5% bis 25% Strompreissteigerung (in 10 Jahren) ist alles zu haben. Was sich dramatisch anhört, entspricht aber noch nicht einmal der Strompreisverteuerung, wie wir sie in der letzten Dekade gesehen haben (mit Atomstrom!). Und diese Teuerung wurde zuallerst durch die Stromversorger befeuert, und nicht durch den Staat!

  • 14.08.2011, 22:19 UhrAnonymer Benutzer: nichtgrün

    Solarstrom ist zu teuer, zu eneffizient und somit zu blöd! Die Subventionen bringen nur die preise hoch, die normale bürger zahlen müssen. ich werde dafür nicht eine müde Mark (Euro) ausgeben.

  • 14.08.2011, 01:33 UhrAnonymer Benutzer: Turing

    Die "fetten Jahre" gab es nie, zumindest nicht für die Aktionäre von Solaraktien, denn es wurden nie Dividenden ausgezahlt

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