Solarbranche: Vom Startup zum Champion

Solarbranche: Vom Startup zum Champion

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Silvia Roth

Der sächsische Solaranlagenbauer Roth&Rau ist eines der erfolgreichsten Unternehmen in Ostdeutschland und trotz der derzeitigen Krise in der Solarbranche optimistisch.

Die Musik in der telefonischen Warteschleife der Roth&Rau AG passt gut zu dem Unternehmen. „Here comes the sun“ tönt es von den Beatles aus dem Hörer – die perfekte musikalische Untermalung für einen Global Player der Solarbranche. Mit seinen Maschinen zur Beschichtung von Solarzellen bedient der Anlagenbauer aus dem sächsischen Hohenstein-Ernstthal einen Zukunftsmarkt, der bis zum Beginn der Krise boomte wie kaum ein zweiter: Zwischen 2005 und 2008 konnte das Unternehmen seinen Umsatz von 33,4 Millionen auf 272,1 Millionen Euro mehr als verachtfachen.

1990, in der deutschen Umbruchzeit, gründeten die Eheleute Dietmar und Silvia Roth und ihr Kollege Bernd Rau das Unternehmen. Die drei Physiker arbeiteten damals an der Technischen Universität Chemnitz. „Die Zeit war günstig, um etwas Neues anzufangen“, erinnert sich Silvia Roth, die heute für Marketing und Investor Relations verantwortlich ist. Roth&Rau baute erst Anlagen zur Oberflächenbearbeitung für Industrie und Forschung. Die Maschinen konnten Linsen oder Autokarosserien ganz glatt schleifen. Das Geschäft florierte, 2000 beschäftigte das Unternehmen gut 50 Mitarbeiter.

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Wichtige Übernahmen

Der große Boom kam 2003, als neue Förderungsregeln Solarenergie besonders attraktiv machten. Schon Mitte der Neunzigerjahre fragte der Solarzellenproduzent ASE, heute Schott Solar, ob Roth&Rau Anlagen für die Solarbranche liefern könnte. Die Sachsen fingen an zu forschen. Als dann 2003 die Nachfrage nach Solarzellen sprungartig anstieg, konnte Roth&Rau die Maschinen für die Produktion liefern. Heute stammen 90 Prozent des Umsatzes aus der Solarindustrie, Roth&Rau beschäftigt über 800 Mitarbeiter und ist mit den Beschichtungsanlagen für kristalline Solarzellen Weltmarktführer.

Mit dem wachsenden Umsatz kam auch das nötige Kleingeld für Übernahmen zusammen. „Wir kaufen Technologien hinzu, keine Kapazität“, betont Roth. Erst im Februar dieses Jahres erweiterte das Unter-nehmen mit der Übernahme der CTF -Solar GmbH sein Produktportfolio um die Dünnschichttechnologie, mit der eine neue Generation von Solarzellen hergestellt wird. Genau richtig, lobt Analyst Robert Schramm von der Commerzbank: „Roth&Rau kauft sehr interessante Firmen.“

Das wollen die Sachsen auch in Zukunft so halten, obwohl die Geschäfte im Moment nicht so gut laufen. Die Aufträge stocken, das Wachstum hat sich verlangsamt. Die junge Solarbranche und das ostdeutsche Vorzeigeunternehmen erleben ihre erste Krise, verursacht vor allem durch Finanzierungsschwierigkeiten, ein Überangebot an Solarmodulen und den daraus resultierenden Preisverfall.

Zukunftsmarkt Asien

Silvia Roth bringt das nicht aus der Ruhe. Und auch Frank Neumann vom Bankhaus Lampe sieht keinen Grund zur Sorge: „Verglichen mit anderen Unternehmen der Branche, hat sich das Geschäft von Roth&Rau günstig entwickelt“, sagt der Analyst. Die Sachsen nutzen die Verschnaufpause, um zu forschen. „Die Hersteller von Solarmodulen sind jetzt gezwungen, günstiger zu produzieren. Dazu brauchen sie neue Anlagen“, sagt Roth. Ab 2010 rechnet sie mit einem deutlichen Anziehen der Auftragseingänge.

Asien gilt als der Zukunftsmarkt. 50 Prozent der Anlagen liefert Roth&Rau inzwischen nach China. Darum denkt Roth darüber nach, die Endfertigung nach Asien zu verlagern. „Das wünschen sich unsere asiatischen Kunden – lange können wir die Wünsche eines so wichtigen Marktes nicht ignorieren.“ Die Entwicklungsabteilung soll aber in Deutschland bleiben. „Hier finden wir gute Ingenieure“, sagt Roth. „Die gibt es in Asien nicht.“

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