
Am Montag, den 13. Juli trifft sich im Gebäude der Münchner Rück in der Königinstraße in München eine illustre Runde der deutschen Wirtschaft. Es geht um den Plan, riesige Sonnenkollektoren in der Wüste zu errichten, die Sonnenenergie einsammeln und als Strom in Pipelines nach Europa einspeisen. ABB soll die Pipelines bauen. Ferrostaal und Siemens die Kraftwerke.
Solche Wüstenfabriken sollen in 15 Jahren rund 15 Prozent des deutschen Stroms abdecken, so die Vision. Am Montag wird ein Konsortium unter Federführung der Rückversicherung gegründet. Unter den Teilnehmern befindet sich die gesamte Energiekompetenz der deutschen Wirtschaft, auch die Deutsche Bank, die ihren Green-Banking-Verantwortlichen Caio Koch-Weser nach München schickt.
Ist dieses milliardenschwere Projekt eher ein PR-Gag oder ein ernstzunehmender Vorstoß angesichts der schwindenden Gunst für die Atomkraft in der deutschen Öffentlichkeit? Klaus Lesker wird für den mehrheitlich einem arabischen Staatsfonds gehörigen Anlagenbaukonzern Ferrostaal an der Münchner Runde teilnehmen. wiwo.de stellte ihm vier Fragen.
wiwo.de: Wie konkret ist das Vorhaben "Wüstenstrom"?
Lesker: Wir begrüßen die Initiative Desertec sehr. Generell geht es um die Frage, wie man in Afrika Solarstrom erzeugen kann und diesen nach Europa transportiert. Wir sind seit einigen Jahren im Segment der Solarthermie tätig und entwickeln - gemeinsam mit unseren Partnern - Projekte, bei denen zukunftsweisende Technologien zum Einsatz kommen, die bereits seit vielen Jahren erprobt sind.
Für uns ist die "Energiewende" keine Utopie mehr, sondern ein Geschäftsmodell. Langfristig wird es möglich sein mit Solarkraftwerken nicht nur ökologisch verträgliche, sondern auch ökonomisch effiziente Energie zu produzieren. Dennoch gibt es einige wichtige Parameter, die es zu berücksichtigen gilt, wie zum Beispiel politische Stabilität vor Ort und auch die Bereitschaft, momentane Projektvorgaben aktiv zu fördern.
Welche Rolle spielt Ferrostaal dabei?
MAN Ferrostaal ist das einzige Unternehmen, das sämtliche Leistungen für den Bau von Solarkraftwerken aus einer Hand anbietet. Durch unser fundiertes Know-how als Generalunternehmer können wir sozusagen als der Dirigent eines ganzen Orchesters agieren: Wir haben in den letzten Jahren gemeinsam mit unseren kompetenten Partnern eine Vielzahl komplexer Großprojekte entwickelt und letztlich auch realisiert. Dabei spielt eine entscheidende Rolle, dass wir in der Lage sind die Finanzierung zu strukturieren, was bei Projekten in dieser Größenordnung keine triviale Angelegenheit ist. Entscheidend ist jedoch, dass wir uns als Generalunternehmer auch um den eigentlichen Anlagenbau - von der Gesamtplanung, Beschaffung bis hin zur Errichtung - kümmern. Kurz: Wir sind durch Fachwissen und unsere Kernkompetenzen in der Lage, die gesamte Wertschöpfungskette des industriellen Großanlagenbaus abzudecken und erfolgreich zu managen.










