_

Solarprojekt Desertec: "Afrika ist für uns ein extrem interessanter Markt"

von Andreas Wildhagen

Das Projekt Desertec kommt voran. Klaus Lesker, beim Essener Anlagenbauer Ferrostaal zuständiges Vorstandsmitglied für das Projekt Wüstenstrom, sprach mit wiwo.de über die geplanten Sonnenkraftwerke in der nordafrikanischen Wüste.

Sonnenkraftwerk in der Quelle: dpa
Sonnenkraftwerk in der kalifornischen Wüste Quelle: dpa

Am Montag, den 13. Juli trifft sich im Gebäude der Münchner Rück in der Königinstraße in München eine illustre Runde der deutschen Wirtschaft. Es geht um den Plan, riesige Sonnenkollektoren in der Wüste zu errichten, die Sonnenenergie einsammeln und als Strom in Pipelines nach Europa einspeisen. ABB soll die Pipelines bauen. Ferrostaal und Siemens die Kraftwerke.

Anzeige

Solche Wüstenfabriken sollen in 15 Jahren rund 15 Prozent des deutschen Stroms abdecken, so die Vision. Am Montag wird ein Konsortium unter Federführung der Rückversicherung gegründet. Unter den Teilnehmern befindet sich die gesamte Energiekompetenz der deutschen Wirtschaft, auch die Deutsche Bank, die ihren Green-Banking-Verantwortlichen Caio Koch-Weser nach München schickt.

Ist dieses milliardenschwere Projekt eher ein PR-Gag oder ein ernstzunehmender Vorstoß angesichts der schwindenden Gunst für die Atomkraft in der deutschen Öffentlichkeit? Klaus Lesker wird für den mehrheitlich einem arabischen Staatsfonds gehörigen Anlagenbaukonzern Ferrostaal an der Münchner Runde teilnehmen. wiwo.de stellte ihm vier Fragen.

wiwo.de: Wie konkret ist das Vorhaben "Wüstenstrom"?

Lesker: Wir begrüßen die Initiative Desertec sehr. Generell geht es um die Frage, wie man in Afrika Solarstrom erzeugen kann und diesen nach Europa transportiert. Wir sind seit einigen Jahren im Segment der Solarthermie tätig und entwickeln - gemeinsam mit unseren Partnern - Projekte, bei denen zukunftsweisende Technologien zum Einsatz kommen, die bereits seit vielen Jahren erprobt sind.

Für uns ist die "Energiewende" keine Utopie mehr, sondern ein Geschäftsmodell. Langfristig wird es möglich sein mit Solarkraftwerken nicht nur ökologisch verträgliche, sondern auch ökonomisch effiziente Energie zu produzieren. Dennoch gibt es einige wichtige Parameter, die es zu berücksichtigen gilt, wie zum Beispiel politische Stabilität vor Ort und auch die Bereitschaft, momentane Projektvorgaben aktiv zu fördern.

Welche Rolle spielt Ferrostaal dabei?

MAN Ferrostaal ist das einzige Unternehmen, das sämtliche Leistungen für den Bau von Solarkraftwerken aus einer Hand anbietet. Durch unser fundiertes Know-how als Generalunternehmer können wir sozusagen als der Dirigent eines ganzen Orchesters agieren: Wir haben in den letzten Jahren gemeinsam mit unseren kompetenten Partnern eine Vielzahl komplexer Großprojekte entwickelt und letztlich auch realisiert. Dabei spielt eine entscheidende Rolle, dass wir in der Lage sind die Finanzierung zu strukturieren, was bei Projekten in dieser Größenordnung keine triviale Angelegenheit ist. Entscheidend ist jedoch, dass wir uns als Generalunternehmer auch um den eigentlichen Anlagenbau - von der Gesamtplanung, Beschaffung bis hin zur Errichtung - kümmern. Kurz: Wir sind durch Fachwissen und unsere Kernkompetenzen in der Lage, die gesamte Wertschöpfungskette des industriellen Großanlagenbaus abzudecken und erfolgreich zu managen.

10 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 15.07.2009, 16:34 UhrAnonymer Benutzer: @Adnen

    Wenn Sie sich für etwas schämen sollten, dann für ihr inhaltsleeres Legastheniegestammel und die Gefahr, entsprechende "befähigung" an den eigenen Nachwuchs weitergeben zu haben. Sollten die als Handy- oder Gammelfleischverkäufer enden, dann dürfen Sie sich ruhig bezüglich des eigenen Anteils hierfür sicher sein.
    Das Geld anderer gedanklich zu verteilen und damit vorgeblich bedürftige Gruppen zu begünstigen liegt zum Glück nur immer vorübergehend in den Händen der jeweiligen politischen Gruppen. Die Wirtschaft findet ihr Korrektiv immer in den Möglichkeiten an verfügbaren investitionsmitteln und das ist auch gut so. Unwahrscheinlich wie viel Unsinn durch den puren Mangel an Mitteln bisher schon verhindert wurde.

  • 14.07.2009, 20:01 UhrAnonymer Benutzer: Adnen

    Edröl war gestern meiner Damen und Herrn. auf erneubare energien zu setzen ist einer Zwang. schade keiner von euch denkt an unserem kindern. ich würde mich schämen wenn meinem Enklekind fragte was habt ihr für uns getan, steuern gespart?
    DANKE

  • 14.07.2009, 13:20 UhrAnonymer Benutzer: Denis

    ich stimme vorhergehenden Kommentaren vollkommen zu. Und fasse es mal kurz zusammen für die jenigen, die nicht viel über dasselbe lesen wollen: Dieses Vorhaben ist reine Zeit und Geld verschwendung und wenn die beteiligten Unternehmen es vestehen, wird der Steuerzahler zu Kasse gebeten.

Alle Kommentare lesen
weitere Fotostrecken

Blogs

Wie HP-Chefin Whitman ihren Mitarbeiter die anstehenden Massenentlassungen erläutert
Wie HP-Chefin Whitman ihren Mitarbeiter die anstehenden Massenentlassungen erläutert

In einer internen Videobotschaft an die HP-Beschäftigten gibt Meg Whitman mehr Details zu dem geplanten Abbau von 27.000...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 21.05.2012

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.