Solarstrom-Technik: Wie SMA Solar Konkurrenz auf Distanz hält

Solarstrom-Technik: Wie SMA Solar Konkurrenz auf Distanz hält

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Günther Cramer, Vorstand der Solartechnikfirma SMA zeigt weig Furcht vor Preisattacken aus Fernost

von Mario Brück

Das hessische Paradeunternehmen hat im Gegensatz zu anderen deutschen Solarherstellern gute Chancen, den Angriff asiatischer Wettbewerber zu parieren. Wie machen sie das?

Das macht Günther Cramer, dem Chef und Mitgründer der Firma SMA Solar Technology in der nordhessischen Gemeinde Niestetal unweit von Kassel, zurzeit niemand nach.

Auf dem Firmenparkplatz, unweit des Flüsschens Fulda, hat er ein Super-Öko-gebäude bauen lassen, die brandneue SMA Solar Academy. Die sieben Millionen Euro teure Fortbildungsakademie steht auf Stelzen: Sie liegt im Überflutungsgebiet der Fulda – und sie ist Selbstversorger, verstromt sich ausschließlich mit erneuerbaren Energien aus Solaranlagen und einem biogasbetriebenen Blockheizkraftwerk. Vernetzt und gesteuert mit Wechselrichtern aus eigener Herstellung.

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Und Cramer hat SMA in den vergangenen Jahren zum Weltmarktführer, Margen-Meister und Wirkungsgrad-Rekordhalter gemacht.

Der Anteil des Unternehmens am Weltmarkt für Wechselrichter liegt bei mehr als 40 Prozent. Die vier größten Verfolger, darunter auch Siemens, müssen sich mit knapp 30 Prozent bescheiden. Der Wechselrichter ist Herz und Hirn jeder Solaranlage. Der unscheinbare Metallkasten mit seinen Mikroprozessoren und der Rechenleistung eines Notebooks wandelt in Solarzellen gewonnenen Gleich- in haushaltsüblichen Wechselstrom.

Beunruhigende Entdeckung

Im vergangenen Jahr steigerte SMA mit seinen weltweit gut 4000 Mitarbeitern den Umsatz um fast 40 Prozent auf 934 Millionen Euro. Und in den ersten neun Monaten dieses Jahres ging es ähnlich rasant weiter: Die Erlöse und das Ergebnis vor Zinsen und Steuern verdreifachten sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das ergibt eine Marge von 29 Prozent und im Schnitt einen Vorsteuergewinn von rund 1,5 Millionen Euro pro Tag. Die Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr hat Cramer schon zweimal erhöht. Letzter Stand: bis zu 1,9 Milliarden Euro.

Doch macht vielleicht bald jemand das alles nach? Droht dem Vorzeigeunternehmen, das Cramer 1981 mit drei Studienkollegen gründete und Mitte 2008 an die Börse brachte, möglicherweise bald ein ähnliches Schicksal wie Q-Cells? Der einst weltgrößte Solarzellenhersteller aus der Nähe von Leipzig schrumpfte auf weniger als ein Zwanzigstel seines Börsenwertes und fuhr im vergangenen Jahr bei 800 Millionen Euro Umsatz 1,4 Milliarden Euro Verlust ein, weil immer mehr Firmen aus China Solarzellen preiswerter produzieren als viele deutsche Hersteller.

Experten der Fachzeitschrift „Photon“ jedenfalls machten unlängst eine beunruhigende Entdeckung. Sie schraubten ein Konkurrenzprodukt, den Wechselrichter Soleaf des koreanischen Herstellers Dasstech, auseinander und stellten verblüfft fest: „Das ganze Gerät ist augenscheinlich bis ins Detail auf günstige Produktionskosten ausgelegt.“ Die Materialkosten lägen bei rund fünf Cent je Watt gegenüber elf Cent bei SMA, seien also weniger als halb so hoch. Spätestens wenn der Preisdruck von den Solarzellenherstellern auf die Wechselrichterhersteller überspringe, drohe SMA Schlimmes .

Doch Cramer ist überzeugt, dem Angriff aus Asien trotzen zu können. „Das Gesamtpaket kann kein Wettbewerber bieten“, sagt Cramer. Davon seien die asiatischen Wettbewerber noch meilenweit entfernt. Diese Einschätzung teilen zwar viele Branchenbeobachter. So sagt Lars Dannenberg, Solaranalyst der Hamburger Berenberg Bank, SMA eine weiterhin gute Entwicklung voraus, auch wenn die Erträge infolge des zunehmenden Wettbewerbsdrucks sänken.

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