Solarworld-Chef: Ab 2012 Solarstrom so teuer wie Haushaltsstrom

Solarworld-Chef: Ab 2012 Solarstrom so teuer wie Haushaltsstrom

Ab 2012 soll Solarstrom in Deutschland zum gleichen Preis angeboten werden, wie herkömmlicher Haushaltsstrom. Das prognostiziert Frank Asbeck, Chef der Bonner Solarworld.

Frank Asbeck, Vorstandschef der Bonner Solarworld, rechnet fest damit, dass Solarstrom in drei Jahren zum gleichen Preis wie Haushaltsstrom angeboten wird: „Verbilligen sich die Solar-Anlagen weiterhin jedes Jahr um acht bis zwölf Prozent, und damit rechne ich fest, sind wir 2012 wettbewerbsfähig zum Haushaltsstrom“, so Asbeck im Gespräch mit der WirtschaftsWoche.  

Zur Konkurrenzfähigkeit beitragen wird bei Solarworld auch die angekündigte „revolutionäre Entwicklung“. Asbeck: „Wir werden innerhalb der nächsten drei Jahre unser Paket mit einer Batterie anbieten, die den überschüssigen Tagesbetrag für die Nacht speichert. Solarstrom steht dann zu jeder Tages- und Nachtzeit zur Verfügung. Der Vorwurf der Unzuverlässigkeit ist dann vom Tisch.“

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Asbeck argumentiert, die staatlich garantierte Vergütung sei auch weiterhin notwendig: „Wenn der Markt bei Erreichen der Netzparität durchstartet, müssen wir die dann nachgefragten Mengen liefern können, sonst geht das Geschäft an uns vorbei. Deshalb brauchen wir einen Geldfluss, mit dem wir das Wachstum finanzieren  können. Sonst muss ich den Laden morgen an General Electric oder irgendeinen großen Finanzinvestor verkaufen, und das will ich nicht.“

Der Markt in Deutschland sei „noch lange nicht ausgereizt“, so Asbeck: „Bis zu 50 Gigawatt können wir hier problemlos zubauen. Das würde zehn Prozent des Strombedarfs abdecken.“ Weltweit sieht der Solarworld-Chef das Potenzial für Solarstrom bei einem „Volumen von mehr als 200 Milliarden Euro“. Asbeck: „Das entspricht den jährlichen Umsätzen mit Halbleitern.“

Deutsche Hersteller sieht Asbeck für den explodierenden Weltmarkt schlecht aufgestellt: „Die nun einsetzende Konsolidierung  werden zehn bis zwölf Anbieter  überleben, darunter zwei bis drei deutsche. Solarworld gehört dazu.“ Gleichzeitig rechnet er aber mit neuen Konkurrenten wie Samsung, LG oder General Electric: „Die werden sich das nicht entgehen lassen.“

Zuversichtlich ist Asbeck, dass die „momentan 40.000 Jobs“ in Deutschland erhalten bleiben: „Selbst wenn einige Unternehmen aufgeben: Die Industrie wird wachsen  – auch hier.“

Die Gefahr von Abwanderungen in Billiglohnländer sieht Asbeck nicht: „Die Personalkosten machen ohnehin nur zehn Prozent an den Gesamtkosten aus. Dafür braucht man keine Produktion in die Dritte Welt zu verlagern.“ Zudem seien die Facharbeiter in Deutschland hochproduktiv: „Wo die Chinesen drei Leute beschäftigen, steht bei uns nur einer, und der bedient hochwertige Maschinen.“

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