Solarzellenhersteller: Q-Cells enttäuscht auf ganzer Linie

Solarzellenhersteller: Q-Cells enttäuscht auf ganzer Linie

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Eine Mitarbeiterin des Solarzellen-Herstellers Q-Cells

Der einst gefeierte Star der deutschen Solarbranche kommt ins Straucheln: Die Krise hat den weltgrößten Solarzellenhersteller Q-Cells voll erwischt. Nun hat Q-Cells seine Prognose gekippt und verschärft sein Sparprogramm. Der Aktienkurs zeigt trotzdem steil nach unten.

Das erste Quartal dieses Jahres verlief desaströs, das zweite wurde noch schlimmer: Die Krise der Photovoltaikindustrie hat den weltgrößten Solarzellenhersteller Q-Cells mit voller Härte erwischt. Die erhoffte Trendwende sei ausgeblieben, teilte das Unternehmen auf der Basis vorläufiger Geschäftszahlen mit. Die bereits dreimal reduzierte Prognose wurde nun ganz gekippt. Wegen der derzeit „unsicheren“ Marktsituation sei keine verlässliche Aussage für das Gesamtjahr zu treffen. Zugleich kündigte der Vorstand ein umfassendes Maßnahmenpaket an. Es beinhaltet die Kürzung von Investitionen und eine Verschärfung des Sparprogramms.

Dem Aktienkurs taten diese Hiobsbotschaften gar nicht gut: Zu Handelsbeginn notierte die Q-Cells-Aktie um 11 Prozent tiefer als am Tag zuvor.

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Umsatz bricht um die Hälfte ein

Im Interview mit der WirtschaftsWoche blieb Q-Cells-Chef Anton Milner vor kurzem dennoch optimistisch: „Was auf den ersten Blick desaströs aussieht, birgt bei genauer Betrachtung große Chancen“, sagte Milner. Die Preise für Photovoltaik-Anlagen fallen drastisch. Das bringe die Branche ihrem Ziel näher, beim Stromerzeugungspreis mit konventionellen Energieträgern gleichzuziehen. In Deutschland rechnet Milner für 2014 mit dieser sogenannten Netzparität.

Fraglich ist nur, wie viele deutsche Solarunternehmen bis dahin aufgeben müssen. Bei Q-Cells fiel der Einbruch im zweiten Quartal 2009 drastisch aus: Niedrigere Absatzmengen, die Verschiebung eines Großprojektes in das dritte Quartal und der anhaltende Preisverfall für Solarzellen ließen den Umsatz auf 142 Millionen Euro einbrechen. Das war weniger als die Hälfte aus dem Vorjahreszeitraum und auch noch einmal gut 80 Millionen Euro weniger als im ersten Quartal 2009. Während Q-Cells von Januar bis März operativ noch 15 Millionen Euro Gewinn erwirtschaftete, rutschte das Ergebnis im zweiten Quartal tief in die Minuszone. Der EBIT-Verlust lag nun bei 62 Millionen Euro. Vor einem Jahr stand an dieser Stelle noch ein Gewinn von 60 Millionen Euro.

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