
HB HANNOVER. Der Konzernverlust lag bei 125,3 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 70,5 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen bei der Vorlage des Halbjahresergebnisses mitteilte. Das Ergebnis je Aktie fiel auf minus 0,24 Euro (Vorjahr: plus 0,19 Euro). Grund waren unter anderem Wechselkursverluste und Abschreibungen auf Flugzeuge durch die geplante Fusion mit Germanwings und Eurowings.
Der Umsatz der beiden Sparten Touristik und Schifffahrt legte um 20 Prozent auf 6,2 (von 5,2) Milliarden Euro zu, während das operative Ergebnis auf 216 Millionen Euro von 35 Millionen Euro stieg. Im Gesamtjahr rechnet Tui in der Tourismussparte mit einer deutlichen Ergebnisverbesserung im Vergleich zu 2007.
Der Tui-Vorstand begründet die Verbesserung vor allem mit dem guten Abschneiden der zum Verkauf stehenden Containerschifffahrt. Das Umsatzwachstum dort resultiere bei leicht gestiegenen Mengen aus einem deutlich verbesserten Frachtratenniveau, hieß es. Negativ habe indes die deutliche Abschwächung des US-Dollar im Vergleich zum Euro ausgewirkt.
Außerdem ist die erreichte Steigerung beim Ergebnis laut Tui auf die "gute Performance der Touristiksparte" zurückzuführen. Dort sei das Umsatzwachstum von allen Segmenten getragen worden, wobei vor allem bei der Tochter Tui Travel konsolidierungsbedingt deutliche Umsatzsteigerungen zu verzeichnen gewesen seien.
Die Tui Travel plc habe ihren Umsatz vor allem wegen der erstmaligen Einbeziehung der Aktivitäten von First Choice gesteigert. Der Anstieg des Ergebnisses sei dort durch höhere durchschnittliche Margen und eine gestiegene Flugauslastung in den Pauschalreise-Bereichen in Europa Mitte und Europa Nord erreicht worden, hieß es weiter.
Die Integration der Aktivitäten laufen laut Unternehmensangaben in Großbritannien weiterhin planmäßig. Aus diesem Grund seien auch die erwarteten Synergien erreicht worden. Auch die Spezialreisebereiche von Tui Travel hätten zum guten Ergebnis beigetragen, teilte Tui weiter mit.
Tui Travel hat im dritten Quartal den operativen Gewinn um 39 Prozent gesteigert, da die Nachfrage nach Pauschalreisen unverändert stark war. Dennoch werde das Unternehmen die Kapazitäten im nächsten Jahr reduzieren, vor allem in Großbritannien und Deutschland, teilte die Reisetochter mit.
Der bereinigte operative Gewinn wuchs auf 65,4 Millionen britische Pfund (GBP) von 47 Millionen GBP im Vorjahr. Der Umsatz kletterte um neun Prozent auf 3,61 Milliarden von 3,32 Milliarden GBP. Damit erreichte die operative Marge einen Wert von 1,8 Prozent statt der 2007 erzielten 1,4 Prozent.
Auf die Abkühlung der Konjunktur stellt sich Tui Travel mit einer Reduzierung des Angebots ein. Im kommenden Sommer sollen die Kapazitäten für Pauschalreisen um 15 Prozent in Großbritannien und um sechs Prozent in Deutschland gekürzt werden.
Der Tui-Konzern schreite - wie außerdem gemeldet wird - bei der geplanten Trennung von der Containerschifffahrt weiter voran. Der Prozess verlaufe planmäßig und werde fortgesetzt. Nach Eingang der unverbindlichen Angebote habe der Vorstand nun Bieter für die zweite Runde ausgewählt und die Due Dilligence eröffnet. Mit dem Abschluss des Bieterverfahrens sei frühestens im Herbst zu rechnen, hieß es weiter. Deswegen könne für den Konzern aus heutiger Sicht auch weiterhin keine abschließende Ergebniseinschätzung abgegeben werden.













