Sonne & Co: Solarenergie birgt enormes Potenzial

Sonne & Co: Solarenergie birgt enormes Potenzial

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Grafik: Solar und Co.

von Mario Brück

Sonne, Erdwärme, Biomasse und Wasser liefern bisher nur kleine Beiträge zur Stromerzeugung. Wo die Tücken der Technik stecken und wo politische Kräfte den Ausbau behindern.

Die Erzeugung von Strom mithilfe von Geothermie, also der Wärme aus dem Erdinneren, bleibt weit hinter den Erwartungen zurück. Ihr Anteil am Bruttostromverbrauch in Deutschland betrug im Jahr 2010 nur 0,4 Prozent. Grund sind hohe und risikoreiche Anfangsinvestitionen. Eine Bohrung in 3000 Meter Tiefe kann zehn Millionen Euro oder mehr kosten und ist ohne Garantie, dass die erhoffte heiße Quelle gefunden wird. Das schreckt Investoren ab. Zudem kamen die Bohrungen durch kleinere Beben in Verruf, die sie etwa in Basel und Landau in der Pfalz auslösten. Um den Ausbau zu fördern, hat die Bundesregierung nun die Grundvergütung erhöht. Sie steigt nicht nur durch die Integration der Kraft-Wärme-Koppelung und durch einen Sprinter-Bonus für die schnelle Einführung von 16 auf 23 Cent pro Kilowattstunde. Obendrauf kommen zusätzlich noch weitere zwei Cent. Insgesamt dürfte der Beitrag der Erdwärme zur Energiewende jedoch zu vernachlässigen sein. Bis 2020 wird sich die installierte Leistung zwar vervielfachen, mit prognostizierten 600 Megawatt jedoch nur einen halben Atomeiler ersetzen.

Auch der Beitrag der Solarenergie zur Energiewende ist noch gering. 2010 stammten lediglich knapp zwei Prozent des Stroms aus Solarenergie, im ersten Halbjahr 2011 stieg der Anteil immerhin auf 3,5 Prozent und überholte damit erstmals die Wasserkraft. Bis Ende 2010 waren Anlagen mit einer Gesamtleistung von 17 Gigawatt auf Dächern und Freiflächen installiert. Die Solarbranche will die Gesamtleistung bis 2022 auf 52 bis 70 Gigawatt hochschrauben. Das Ziel ist ehrgeizig, aber nicht unrealistisch, denn die Kosten für Solaranlagen sinken rapide. Obwohl diese Leistung auf dem Papier mindestens 40 AKWs entspricht, ließen sich damit nur rund zehn Prozent des jährlichen Bruttostromverbrauchs in Deutschland decken. Denn die Solaranlagen liefern zu selten und ungleichmäßig Strom. Trotzdem steckt in der Technik, die fast auf jedem Hausdach funktioniert, noch enormes Potenzial.

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Für weitgehend ausgereizt hält die Bundesregierung das Potenzial der Wasserkraft. Daher sieht das Erneuerbare-Energien-‧Gesetzes (EEG) auch keine gravierenden Änderungen oder Anreize vor. Die Agentur für Erneuerbare Energien rechnet damit, dass bis 2020 die installierte Leistung von 4,2 auf 6,5 Gigawatt steigen könnte und damit rund 30 Milliarden Kilowattstunden produziert werden könnten. Das würde immerhin zwei Atomkraftwerke überflüssig machen.

Wachsender Beliebtheit vor allem in ländlichen Regionen erfreut sich die Energieerzeugung aus Biomasse. 2010 wurden aus Pflanzenresten, Holz, Biomüll, Gülle oder Stroh 33 Milliarden Kilowattstunden Strom gewonnen. Das entsprach einem Anteil am gesamten Energiemix von 5,5 Prozent. Nach Berechnungen der Agentur für Erneuerbare Energien könnte Biomasse im Jahr 2020 bis zu zwölf Prozent des Energieverbrauchs decken. Die schwarz-gelbe Koalition hat starke Einschnitte vorgesehen, um Fehlanreize zu reduzieren. Hintergrund ist die großflächige Nutzung von landwirtschaftlichen Flächen für den Biomasseanbau. In der EEG-Novelle ist jetzt für den Einsatz von Biogas die Verwendung von Mais auf einen Anteil von höchstens 60 Prozent festgeschrieben. Trotz der Beschränkungen dürfte eine Verdoppelung in den kommenden zehn Jahren realistisch sein. Ähnlich wie Wasserkraft oder Geothermie wird auch Biomasse künftig jedoch kaum über eine Reservefunktion hinauskommen.

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