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Sonnenenergie: Deutsche Solarbranche wird überrannt

von Mario Brück und Dieter Dürand

Die deutschen Hersteller drohen trotz ihrer Lobby-Erfolge zum Verlierer der Energiewende zu werden, weil sie der Konkurrenz aus Fernost wenig entgegenzusetzen haben. Fast jede zweite in Deutschland installierte Solaranlage kommt aus China.

Eine Mitarbeiterin der Bosch Quelle: dpa
Eine Mitarbeiterin der Bosch Solar Energy AG präsentiert eine Solarzelle. Quelle: dpa

Ingmar Wilhelm dient, je nach Interessenlage, mal dem einen, mal dem anderen Herrn. Im Hauptberuf leitet der gebürtige Essener den Bereich Geschäftsentwicklung bei der Ökostromtochter des italienischen Energiekonzerns Enel. Geht es um die Förderung des Solarstroms aus Fotovoltaik, schlüpft der gelernte Elektroingenieur gern in die Rolle des Verbandsfunktionärs.

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„Die Zahlen belegen das hervorragende Potenzial der Fotovoltaik“, jubelte Wilhelm vor wenigen Tagen als Präsident des europäischen Industrieverbands Photo-voltaic Industry Association in Brüssel. Die Lobbyistenvereinigung präsentierte den Bericht „Global Market Outlook for Photovoltaics until 2015“, der Herstellern wie Betreibern eine sonnige Zukunft prophezeit. Bis 2015, so Wilhelms Botschaft, werde die installierte Gesamtkapazität an Strom erzeugenden Solarzellen in Europa auf bis zu 200 Gigawatt explodieren – eine glatte Verfünffachung gegenüber heute.

Dramatische Umsatzeinbrüche

Was Wilhelm als Strommanager freut, ist für die deutschen Fotovoltaikhersteller eine verkappte Durchhalteparole. Viele der hiesigen Modul- und Zellenproduzenten werden die Sonnenseiten der Solarwirtschaft wohl nicht mehr erleben. Dramatische Umsatzeinbrüche und Millionenverluste in den ersten drei Monaten dieses Jahres lassen einstige Gewinnmaschinen wie Q-Cells, Solon oder Conergy langfristig ums Überleben kämpfen. Steigende Rohstoffkosten, sinkende Verkaufspreise und Subventionskürzungen in wichtigen europäischen Absatzmärkten lassen für das Gros der Hersteller das Gesamtjahr düster erscheinen. Und obwohl die Branche harte Streichungen bei der Subvention des Solarstroms verhindern konnte, droht sie zum großen Verlierer der Energiewende weg vom Atom zu werden.

Weniger Geld für Solarstrom

Schuld an der Misere, stöhnen übereinstimmend die Manager der geschundenen Hersteller, sei vor allem das „schwache Marktumfeld“ in Deutschland, mit 54 Prozent aller installierten Anlagen der größte Solarmarkt weltweit. Auslöser sei die Bundesregierung, die die Vergütung für ins Netz eingespeisten Sonnenstrom zum Jahresbeginn bei kleinen Dachanlagen wiederum, diesmal von 33 auf 28,74 Cent pro Kilowattstunde, kappte.

In Wirklichkeit aber ist der Einbruch – zumindest in diesem Jahr – gar nicht so groß. Waren 2010 in Deutschland noch Anlagen mit einer Gesamtleistung von 7,4 Gigawatt installiert worden, dürften es in diesem Jahr bis zu sechs Gigawatt werden; ein Gigawatt entspricht in etwa der Leistung eines großen Kohlekraftwerks. Die Ursachen dafür, dass weniger Hausbesitzer die glitzernden Paneele montieren und Investoren bei Großprojekten abwarten, liegen woanders: Getrieben von rückläufigen Vergütungen für ihren Sonnenstrom, spekulieren die Kunden zunehmend darauf, dass die Preise für Fotozellen und Module weiter fallen.

33 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 25.01.2012, 13:29 UhrAnonymer Benutzer: redbat61

    63% sind Kosten für Installation,Inverters,Kabel und Genehmigungen.
    19% kriegen die Modulhersteller , 18 % die Händlern die in Deutschland sitzen und deutsche Steuern zahlen...So...19% für Material und Arbeit an Modulen unterstuzen 81% Wertschopfung in Deutschland.
    Hört' mal auf mit dem Jammern...Das ist nur politische Manipulation...

  • 25.01.2012, 13:29 UhrAnonymer Benutzer: redbat61

    63% sind Kosten für Installation,Inverters,Kabel und Genehmigungen.
    19% kriegen die Modulhersteller , 18 % die Händlern die in Deutschland sitzen und deutsche Steuern zahlen...So...19% für Material und Arbeit an Modulen unterstuzen 81% Wertschopfung in Deutschland.
    Hört' mal auf mit dem Jammern...Das ist nur politische Manipulation...

  • 25.01.2012, 13:21 UhrAnonymer Benutzer: redbat61

    63% sind Kosten für Instalation,Inverters, Kabel und Taxen
    19% kriegen die Modulherstteler , 18 % die Händlern die in Deutschland sitzen und deutsche Steuern zahlen...So...19% für Material und Arbeit an Modulen unterstuzt die 81% Wertschopfung in Deutschland.
    Hör' mal auf mit dem Jammern...das ist nur politische Manipulation.

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