Sony-Spielechef Hirai: „Wir verlieren mit der Playstation Geld“

Sony-Spielechef Hirai: „Wir verlieren mit der Playstation Geld“

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Sony-Spielechef Kazuo Hirai

von Oliver Voß

Der Sony-Playstation-Chef Kazuo Hirai über die jüngste Preissenkung der Konsole, den geplanten Bewegungssensor und die Bedeutung neuer Inhalte wie Filme und Comics.

Nach einem Rekordjahr 2008 sind die Zeiten auch für die Spielebranche schlechter geworden. Der Markt mit neuen Konsolen ist gesättigt. Im vergangenen  Quartal sind die Umsätze in der Spiele-Sparte von Sony um 37 Prozent zurückgegangen. Wie können Sie diesen Negativtrend stoppen?

Wir bringen dieses Jahr eine ganze Reihe an neuen Spielen heraus. Kombiniert mit der neuen portablen Playstation Go, die im Oktober herauskommt und der Playstation 3 zu einem günstigeren Preis, bin ich zuversichtlich, dass wir dennoch ein sehr gutes Jahr verzeichnen.

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Zuletzt hat Sonys Spielesparte 420 Millionen Dollar verloren. Rechnen sie etwa schon in diesem Jahr wieder mit schwarzen Zahlen?

Wir wollen so schnell wie möglich wieder profitabel werden, doch leider ist das gegenwärtig eine große Herausforderung. Das heißt aber nicht, dass wir schon aufgeben.

Sie haben nun angekündigt, den Preis für die Playstation ab September um ein Viertel auf 299 Euro zu senken. Vor wenigen Wochen noch hat Sony-Chef Howard Stringer Preissenkungen  mit der Begründung abgelehnt, sie würden dann Geld verlieren. Wieso der Sinneswandel?

Am wichtigsten ist es für uns, dass sich mehr Konsumenten die Konsole leisten können. Wir wollen in diesem Jahr 13 Millionen Geräte kaufen, nach 10 Millionen im Vorjahr. Denn für jede zusätzlich verkaufte PS3 werden die Kunden auch fünf, sechs oder sieben Spiele kaufen und das bringt für uns unter dem Strich die Zahlen voran.

Zudem ist es wichtig, dass die Konsole kleiner ist und weniger Strom verbraucht. Dadurch konnten wir auch die Kosten für die Komponenten senken.

Aber insgesamt liegen die Produktionskosten immer noch über dem Verkaufspreis und sie verlieren mit jeder Konsole Geld, das sie erst wieder mit Spielen verdienen müssen?

Das ist richtig. Jeder schaut immer darauf, ob wir mit den Geräten Geld verdienen oder nicht. Aber wir sind nicht im Hardware-Geschäft, sondern betreiben eine Plattform, die insgesamt profitabel sein muss.

Wie stark soll denn die Preissenkung die Spieleverkäufe ankurbeln?

Wenn die Spielerbindung gleich bleibt und wir die Zahl der verkauften Hardware wie geplant steigern, wird das die Softwareverkäufe ebenfalls um 30 Prozent erhöhen.

In den letzten Jahren war vor allem der Konkurrent Nintendo mit einem neuen Konzept erfolgreich, bei dem die Spiele über Körperbewegungen gesteuert werden. Sie haben im Frühjahr auch angekündigt eine Technik einzuführen, bei der mit einer Kamera die Bewegungen des Körpers und des neuen Steuergerätes erkannt werden. Wann wird es die neue Technik geben?

Wir erwarten, dass unser sogenannter Motion Controller im nächsten Frühjahr kommt, genaueres kann ich dazu noch nicht sagen. 

Nintendos Wii ist vor allem mit Sport und Fitnessspielen erfolgreich. Welche Spiele können wir von Sony erwarten? 

Wenn wir die Verkaufszahlen der Playstation steigern, erreichen wir auch mehr Spieler, die nicht unsere bisherige Kernzielgruppe sind. Wir wollen mit Hilfe des Motion Controllers auch Spiele anbieten, die diese Nutzer ansprechen.

Er soll jedoch für eine große Breite von Spielen angewendet werden, nicht nur für Gelegenheitsspieler. So sprechen wir derzeit mit Spieleherstellern und unseren eigenen Entwicklern, wie man die neue Steuerung auch bei Spielen für unsere Hardcore-Spieler einsetzen kann. Beispielsweise kann man den Controller in Action-Adventure-Spielen als Taschenlampe benutzen, um dunkle Räume zu erkunden.

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