
Ein erster Testmarkt wurde bereits im schleswig-holsteinischen Henstedt-Ulzburg im Umfeld großer Bau- und Lebensmittelmärkte eröffnet. Im Erfolgsfall ist eine rasche, bundesweite Expansion des Konzeptes geplant.
Die neuen Märkte sind etwa fünfmal so groß wie übliche Tchibo-Filialen und sollen nach Angaben von Rainer Pastuszek, Leiter Vertriebsservice, nicht mehr Impulskäufer ansprechen, sondern Kunden, die gezielt nach bestimmten Produkten suchen. „30 bis 40 Prozent zusätzliches Kundenpotential für Tchibo“ erwartet Pastuszek. „Wir werden die Filiale ein Jahr testen. Wenn es gut läuft, werden wir das XXL-Konzept relativ schnell auf die Fläche übertragen. Wir arbeiten an der Serienreife.“
Starke Veränderungen plant Tchibo zudem in seinen 11.000 Depots im Einzelhandel, die nach Angaben des Unternehmens 2007 mit 1,4 Milliarden Euro über die Hälfte (51 Prozent) des Umsatzes in Deutschland erwirtschaften. Da Händler zunehmend über die Aufmachung der Depots und hohe Retourraten mit Textilien klagen, will Tchibo für rund 30 Millionen Euro neue Service-Einheiten gründen, die die Pflege der Depots übernehmen. „Wenn die Depots wie Grabbeltische aussehen, schädigt das die Marke Tchibo“, so Vertriebsvorstand Pfander.
Starke Veränderungen wird es offenbar auch beim Modelabel Mitch & Co. geben, das Tchibo gemeinsam mit dem früheren Adidas-Designer Michael Michalsky kreiert hat. Das Label floppte, weil sich die Mode an Model-Größen orientierte und nicht an der typischen Tchibo-Kundin von 49 Jahren. Michalsky soll deshalb erheblich stärker auf die Bedürfnisse der Kundinnen eingehen. „Bei den nächsten Mitch-Kollektionen könnten wir etwas spielerischer mit den Größen umgehen“, kündigt Pfander an.
Zudem erwägt Tchibo die Einführung einer neuen Nobelmarke. „Wir haben die Kaffeerechte für die Marke Davidoff“, sagte Pfander der WirtschaftsWoche. „Das könnte für den Premiummarkt interessant sein.“













