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Sozialkassen-Nachzahlung: 1600 Zeitarbeitsunternehmen drohen Nachforderungen

von Harald Schumacher

Arbeitskräfteverleiher müssen bis zu zwei Milliarden Euro Renten- und Krankenkassenbeiträge nachzahlen, falls das Bundesarbeitsgericht der Zeitarbeitstarifgemeinschaft CGZP die Tariffähigkeit entzieht. Die Forderungen verjähren erst ab 2037.

Bis zu 1600 Zeitarbeitsunternehmen müssen mit Milliarden-Nachforderungen der Sozialversicherungen rechnen, falls das Bundesarbeitsgericht (BAG) am kommenden Dienstag der Zeitarbeitstarifgemeinschaft CGZP die Tariffähigkeit entzieht. Dies erfuhr die WirtschaftsWoche aus Kreisen der Sozialversicherungsträger. Bis zu zwei Milliarden Euro Renten- und Krankenkassenbeiträge müssten die Unternehmen nachzahlen, schätzt der Münsteraner Arbeitsrechtsprofessor Werner Schüren. Bei 1600 betroffenen Unternehmen wären das pro Zeitarbeitsfirma 1,25 Millionen Euro. Verjähren würden die Nachforderungen erst nach 30 Jahren – je nach Beginn der Verjährungsfrist frühestens 2037.

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Die CGZP ist eine Tarifgemeinschaft der Christlichen Gewerkschaften, die 2002 gegründet wurde und mit Stundenlöhnen unter fünf Euro die großzügigeren Zeitarbeitstarifverträge der DGB-Gewerkschaften unterboten hat. Ihre Flächen- und Haustarifverträge wurden von den 1100 Mitgliedsunternehmen des Arbeitgeberverbandes Mittelständischer Personaldienstleister und von hunderten weiterer Zeitarbeitsunternehmen genutzt. Angewandt haben die CGZP-Tarife auch umstrittene Zeitarbeitsunternehmen wie der Arbeitskräfteverleiher Meniar, der der Drogeriekette Schlecker nahestand.

Im Dezember 2009 verneinte das Landesarbeitsgericht Berlin die Tariffähigkeit der CGZP. Ihr fehle es an der „sozialen Mächtigkeit“. Bestätigt nun das Bundesarbeitsgericht in Erfurt am 14. Dezember in letzter Instanz diese Entscheidung, würden die rund 200.000 seit 2006 über CGZP-Tarife beschäftigten Zeitarbeiter im Nachhinein behandelt, als wären sie direkt bei den entleihenden Unternehmen beschäftigt gewesen. Nachträglich müssten die Arbeitgeber ihre Renten- und Krankenkassenbeiträge entsprechend aufstocken. Eingetrieben würden die Forderungen aller Sozialversicherungsträger zentral von den Krankenkassen.

Der Aderlass kann aber auch die Kunden der Zeitarbeitsunternehmen treffen. Denn manche Verleihbetriebe existieren nicht mehr, viele könnten die Nachforderungen in den Ruin treiben. Dann haftet der entleihende Betrieb für die Forderungen der Sozialkassen.

19 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 14.12.2010, 12:46 UhrAnonymer Benutzer: Werner

    @Unternehmer
    Vielleicht können Sie uns von ihren Erfolgen als Global Player einmal berichten, oder sind Sie nur in der Lage unqualifizierte Vorurteile wie eine Monstranz vor sich herzutragen in der Hoffnung, damit bei wirklichen Unternehmern Aufmerksamkeit zu erregen?

    Vielmals liegt es auch an der Unfähigkeit unterbelichteter Pseudounternehmer, deren Geschäftsidee im Unterbieten von Preisen liegt und von Löhnen chinesischer Wanderarbeiter träumen.

    Glauben Sie mir, alles hat seinen Preis. Sobald die sogenannten billigländer, allen voran China und indien, unser Know-How vollends assimiliert haben, werden wir Dank unseres blinden Wachstumsstrebens nicht mehr gebraucht.
    Es ist an der Zeit zu überlegen, wie wir auch in Zukunft Arbeit, bildung und Wohlstand in Deutschland und Europa so organisieren, dass es den Menschen und D und in der EU und deren nachfolgenden Generationen nützt. Letztendlich wird der unverbesserliche Kapitalismus einmal an dem Strick hängen, den er selbst (natürlich mit Profit) verkauft hat.

  • 13.12.2010, 23:09 UhrAnonymer Benutzer: wespe 67

    frech kommt hoffentlich hier nicht weiter - reine Ausbeutung einer schwachen -aber immerhin arbeitswilligen bevölkerungsschicht!- mit unlauteren Mitteln und konstruierte Legalität gehört zum Wohle aller Ehrlichen abgestraft. Hoffentlich müssen auch etliche Unternehmer bluten, da sehr oft auf deren Willen fußend eine "CGZP-Haustarif"-Lösung gefundenn wurde. Wahrscheinlich wären diese "Unternehmer" vor 3000 Jahren am Liebsten Sklaventreiber gewesen.

  • 13.12.2010, 23:06 UhrAnonymer Benutzer: Unternehmer

    @Thomas:
    Deutsche Unternehmer sind doch weltweit erfolgreich, nur nicht mehr so sehr in D. selbst, sondern im Ausland.
    Hier in D. nerven viele bremsgesetze, ein gieriger Staat, massig Verhinderergruppen, satte AN und vieles mehr, was einem investor natürlich das investieren verleidet.....
    Andere Länder hingegen breiten investoren rote Teppiche aus. Darum wird halt dort investiert und nicht mehr hier, es ist eine stille Abstimmung mit den Füßen.

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