Sparkassen: Sparkassenpräsident Haasis: Keine Kreditklemme in diesem Jahr

Sparkassen: Sparkassenpräsident Haasis: Keine Kreditklemme in diesem Jahr

von Cornelius Welp

Die deutschen Sparkassen erwarten in diesem Jahr keine Kreditklemme.

„Die Sparkassen haben 2009 trotz der Wirtschaftskrise rund fünf Prozent mehr Unternehmenskredite vergeben und ein Rekordniveau erreicht. Auch in Zukunft dürfte es keinen wirklichen Engpass geben“, sagte Heinrich Haasis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes der WirtschaftsWoche. Im Vorfeld des Berliner Spitzengesprächs über eine mögliche Klemme bei Unternehmenskrediten am kommenden Donnerstag räumte Haasis aber zugleich ein, dass „vor uns noch eine schwierige Phase liegt“. Einige Unternehmen hätten in der Krise von ihrem Eigenkapital gelebt und Lager aufgelöst. Haasis: „Wenn die Konjunktur anzieht, müssen sie ihre Produkte über Kredite vorfinanzieren. Damit könnte der Kapitalbedarf überproportional steigen. Da müssen Banken sehr aufmerksam und flexibel sein, sonst geraten wir in einen Teufelskreis.“ Allerdings seien staatliche Hilfsprogramme wie der Deutschlandfonds der KfW bisher nur zu einem Bruchteil genutzt worden. Haasis bekräftigte zudem, dass die Sparkassen über ihre Beteiligungsgesellschaften 550 Millionen Euro neue Eigenkapitalfinanzierungen vergeben wollen.

Gleichzeitig erwartet Haasis eine deutlich höhere Zahl von Unternehmensinsolvenzen als 2009 und damit auch mehr Belastungen für die Sparkassen: „Viele unserer Kunden, die häufig Zulieferer für Konzerne sind, kämpfen wegen dramatischer Einbrüche bei der Nachfrage ums Überleben. Die Sparkassen werden daher mehr Geld zurücklegen müssen. Das ist schwierig, aber wir sind vorbereitet“, sagte Haasis. 2009 habe es weniger Wertberichtigungen gegeben als zunächst befürchtet. Haasis schloss nicht aus, dass einzelne Sparkassen in eine Schieflage geraten könnten. „Auch unsere Gruppe ist nicht vor unternehmerischen Fehlentscheidungen gefeit. Schwierige Fälle kann die Gemeinschaft der Sparkassen aber auffangen“, so der DSGV-Präsident.

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Bei der Regulierung noch Nachholbedarf

Energisch wandte er sich gegen Bestrebungen der EU, die deutsche Einlagensicherung zu reformieren. „Wir wollen werde für Investmentbanken à la Lehman Deutschland haften, noch sehen wir ein, warum sich unsere Kunden künftig mit einem geringeren Schutzniveau zufriedengeben sollten“, so Haasis. Als „absolut kontraproduktiv“ kritisierte Haasis in der WirtschaftsWoche zudem die Forderung, sämtliche Finanzgeschäfte mit mehr Kapital zu unterlegen. Diese Regel dürfte sich nicht auf das gewöhnliche Kundengeschäft wie die Kreditvergabe beziehen. „Damit würden jene Kreditinstitute und Kunden getroffen, die die Finanzkrise wirklich nicht ausgelöst haben“, so Haasis. Insgesamt sieht er bei der Regulierung noch Nachholbedarf: „In Europa gibt es heute mehr Banken, deren Bilanzsumme größer ist als die Wirtschaftsleistung ihres Landes, als vor der Krise. Die können die Staaten weiter mit ihrer Systemrelevanz erpressen“, sagte Haasis.

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