Sparkassen: Wie die Provinzial zum Spielball wird

Sparkassen: Wie die Provinzial zum Spielball wird

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Die Zentrale der Provinzial-Versicherung in Düsseldorf

Die Sparkassen wehren sich bisher gegen Verkäufe von Beteiligungen an private Anbieter. Doch die Festung bröckelt.

Zwei Kinder beim spielerischen Feuerwehrtraining am Wasserschlauch: das Titelbild des Jahresberichts der öffentlichen Versicherer ist hoch symbolisch. Für den Ernstfall kann man gar nicht früh genug proben, signalisiert der Verband. Tatsächlich rückt das Sparkassenlager derzeit zu einem Feuerwehreinsatz nach dem anderen aus.

Mit immer neuen milliardenschweren Geldspritzen versuchen die öffentlichen Finanzunternehmen, die Brandherde bei ihren jeweiligen Landesbanken zu löschen. Allein für die WestLB müssen sie gemeinsam mit den nordrhein-westfälischen Landschaftsverbänden und der Landesregierung bisher 11,4 Milliarden Euro an Sicherheiten bereitstellen. Unter dieser erdrückenden Finanzlast könnte ein Tabu der Sparkassen brechen: der Verkauf ihrer Beteiligungen an öffentlichen Versicherern wie zum Beispiel der lukrativen Provinzial Rheinland.

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"Das Interesse ist da"

Der akute Geldmangel sorgt dafür, dass die Abwehrfront der regionalen Sparkassenfürsten bröckelt. Angesichts der eigenen Finanznöte käme manchem Institut der Verkauf einer Versicherungstochter nicht ungelegen: „Wir müssen den Anbieter nicht besitzen, um seine Policen zu verkaufen“, sagt ein Sparkassenchef.

An Nachfrage mangelt es nicht: „Falls die Öffentlichen auf den Markt kommen, wären sie hochgradig attraktiv für größere Player. Das Interesse ist da“, sagt Matthias Lilienthal, bei der Investmentbank Nomura in Frankfurt für Finanzdienstleister zuständig. Schließlich geht es deutschlandweit um jährliche Beitragseinnahmen von rund 16,6 Milliarden Euro.

Rheinland im Visier

Appetit haben offenbar die Ersten auf die Provinzial Rheinland und üben politischen Druck durch die Hintertür aus. Mindestens ein Top-Manager der privaten Assekuranzwirtschaft soll nach Informationen der WirtschaftsWoche in der Düsseldorfer Staatskanzlei seine Aufwartung gemacht und für eine privatisierte Provinzial geworben haben.

Mit 2,1 Milliarden Euro Beitragseinnahmen gehört sie zu den großen unter den zwölf öffentlichen Versicherern. In ihrer Region – Rheinland und Teile von Rheinland-Pfalz – betreut sie über Sparkassenpartner und 650 Geschäftsstellen zwei Millionen Kunden. Experten veranschlagen den Wert der Provinzial Rheinland für einen privaten Käufer auf etwa 1,1 Milliarden Euro.

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