Sparkassenpräsident Heinrich Haasis: "Definitiv keine Kreditklemme" - Seite 2

Sparkassenpräsident Heinrich Haasis: "Definitiv keine Kreditklemme"

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Kredite
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Strengere Anforderungen an das Eigenkapital würden besonders die Landesbanken treffen. Viele von ihnen müssen ihr Geschäft aufgrund von Auflagen der EU-Kommission zudem deutlich reduzieren. Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als mittelfristig weniger Kredite zu vergeben.

Daran ist niemand interessiert. Die Landesbanken haben bei der Finanzierung deutscher Unternehmen einen Marktanteil von fast 20 Prozent. Die notwendigen Verkleinerungen müssen bei riskanten Positionen stattfinden, die nichts mit dem stabilen Kerngeschäft zu tun haben. Dadurch wird automatisch mehr Kapital für neue Kredite frei.

Sie kämpfen seit Jahren für Zusammenschlüsse von Landesbanken. Wann ist es endlich so weit?

Ich kämpfe für den Abbau riskanter internationaler Engagements und damit für eine Verkleinerung. Fusionen sind ein Mittel, um dies zu erreichen. Der Prozess der Konzentration hat ja schon begonnen, teilweise durch Auflagen der EU-Kommission. Es wäre gut, wenn die Eigentümer ihn energisch fortsetzen. Die Sparkassen jedenfalls wollen das.

Die EU-Kommission prüft ein Beihilfeverfahren gegen die Sparkassen in Nordrhein-Westfalen wegen der Hilfe für die WestLB. Rechnen Sie mit Belastungen?

Ich kenne keine private Bank in Deutschland, bei der private Aktionäre in der Finanzkrise mit frischem Kapital oder neuen Haftungen angetreten wären. Das haben Sie fast nur im Verhältnis von Sparkassen zu Landesbanken gesehen. Die Sparkassen unterstützen die Neu-ausrichtung der WestLB mit bis zu 4,5 Milliarden Euro und opfern dafür über 25 Jahre einen Teil ihrer Gewinne. Mir ist schleierhaft, wie man daraus einen Beihilfefall konstruieren könnte.

In Brüssel steht auch das System der Einlagensicherung auf dem Prüfstand.

Die Sparkassen haften mit ihrem ganzen Vermögen jeweils füreinander und stellen damit Stabilität sicher. Wir wollen aber weder für Investmentbanken à la Lehman Deutschland haften noch sehen wir ein, warum sich unsere Kunden mit einem geringeren Schutzniveau zufriedengeben sollten. Das muss auch die Politik in Berlin und Brüssel einsehen.

Wird die Wirtschaftslage dazu führen, dass einzelne Sparkassen vor der Pleite gerettet werden müssen?

Auch unsere Gruppe ist nicht vor unternehmerischen Fehlentscheidungen gefeit. Schwierige Fälle kann die Gemeinschaft der Sparkassen aber auffangen, ohne dass dies Kunden belastet.

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen steigt. Das trifft die Sparkassen hart.

2009 hatten wir weniger Wertberichtigungen durch Kreditausfälle als zunächst befürchtet. Die Sparkassen haben gut verdient. In diesem Jahr rechne ich jedoch mit höheren Belastungen. Viele unserer Kunden, die häufig Zulieferer für Konzerne sind, kämpfen wegen dramatischer Einbrüche bei der Nachfrage ums Überleben. Die Sparkassen werden daher mehr Geld zurücklegen müssen. Das ist schwierig, aber wir sind vorbereitet.

Haben die Banken insgesamt die richtigen Lektionen aus der Krise gelernt?

In Europa gibt es heute mehr Banken, deren Bilanzsumme größer ist als die Wirtschaftsleistung ihres Landes, als vor der Krise. Die können die Staaten weiter mit ihrer Systemrelevanz erpressen. Auch der Umfang spekulativer Geschäfte nimmt wieder zu. Einige glauben wirklich, zu den alten Verhaltensmustern zurückkehren zu können. Aber der Unmut über solches Verhalten wächst. Produzierende Unternehmen können den Einkauf von Rohstoffen kaum noch vernünftig planen, weil auf diesen Märkten so heftig spekuliert wird. Gleichzeitig verkaufen Investmentbanken dann Absicherungen gegen genau diese Schwankungen und machen damit gute Gewinne. Wenn ihre Kunden Druck machen und nicht länger Opfer sein wollen, werden sich auch die großen, international tätigen Banken ändern müssen.

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7 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 09.05.2010, 19:53 UhrAnonymer Benutzer: unternehmre

    es ist eine schande für dieses geldkartell, selbst unternehmen mit positivem eigenkapital werden nicht unterstützt, erst wenn mann die banken gegeneinander ausspielt fangen sie an um ihre kunden zu kämpfen, habe meine geschäftsabwicklungen von der spk abgezogen wegen wucher der kontoführung , erst danach wurden diese schlafmützen in ihren ledersesseln wach, ich behandle sie nur noch wie dienstleister die sie ja nur sind, und nicht wie ein bittsteller....................usw,usw,
    es ist traurig das diese banken geld (wertloses Papier) ohne prüfung verzocken und bei kreditprüfung von unternehmen eine eigenkapitalquote von mind.25% voraussetzen.
    das ist meine meinung und ein winziger bruchteil meiner nur negativen erfahrungen mit banken

  • 09.05.2010, 11:19 UhrAnonymer Benutzer: marga

    Großbanken erpressen den Staat schreiben Sie.!
    Sie verfahren mit ihren Kunden genau so, wo ist da der Unterschied.
    (in der Größenordnung ?)

  • 09.05.2010, 07:03 UhrAnonymer Benutzer: pedro

    Sehr geehrter Herr Haasis,
    ich lade Sie gerne dazu ein, mir einen Mitarbeiter zu senden, der mich zu einer Sparkasse begleitet. Die Erlebnisse vor Ort sind dann von ihnen zu bewerten. Die Arroganz, die ich in diesen instituten erlebe, hat ein Maß erreicht für die ich keine Worte mehr finde.

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