Sparmaßnahmen: Siemens kündigt jedem fünften Zulieferer

Sparmaßnahmen: Siemens kündigt jedem fünften Zulieferer

Bild vergrößern

Ein Siemens-Arbeiter kontrolliert eine Turbine. Demnächst sollen weniger Unternehmen Vorprodukte für den Technologiekonzern liefern.

Siemens plant einen Kahlschlag in seinem Lieferanten-Gestrüpp. Noch im laufenden Jahr will sich der Mischkonzern von 74.000 Zulieferern trennen. Gerade deutsche Lieferanten könnten betroffen sein.

Viele der 370.000 Zulieferer von Siemens müssen um ihre Aufträge bangen. „Wir können nicht mit so vielen Lieferanten in die Zukunft gehen“, sagte die neue Einkaufschefin Barbara Kux der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Die erste Frau im Siemens-Vorstand ist mit der Aufgabe angetreten, die ausufernde Lieferantenkette auf Vordermann zu bringen und dem Unternehmen dadurch viel Geld zu sparen.

Insgesamt kauft Siemens jährlich für 40 Milliarden Euro ein. Die meisten Rechnungen lauten jedoch über kleine Beträge. 300.000 Zulieferer stehen für nur fünf Prozent des Beschaffungsvolumens - das verursacht viel Verwaltungsarbeit, die sich leicht vermeiden ließe. In welchen Sparten der Mischkonzern die größten Einsparpotenziale realisieren will, konnte ein Siemens-Sprecher gegenüber wiwo.de noch nicht konkretisieren.

Anzeige

Kux will den Einkauf künftig zentraler steuern, um so die Marktmarkt von Siemens stärker auszunutzen und den wachsenden Kostendruck zum Teil auf seine Zulieferer abzuwälzen. „Natürlich werden wir besonders in der jetzigen Situation versuchen, niedrigere Preise durchzusetzen“, sagte Kux. „Wir können dabei auch größere Einkaufsvolumina anbieten, was bei den Verhandlungen hilft.“

Siemens will Ziele bis 2010 umsetzen

Kux will sich nicht bloß um den Einkauf von Materialien kümmern, sondern um die gesamte Beschaffungskette, bestehend aus direkten Lieferanten sowie deren Zulieferer. Sie alle sollen eng und frühzeitig in die Entwicklungsprozesse eingebunden werden.

Die neue Einkaufsstrategie will Siemens am 29. April zusammen mit der Bekanntgabe der Halbjahreszahlen vorstellen. „Die Ziele werden bis 2010 in Etappen umgesetzt; danach werden neue Ziele definiert“, sagte Kux. Es gehe nicht um kurzfristigen Erfolg, sondern um nachhaltige Optimierung.

Die anvisierte Einsparsumme bezifferte Kux nicht. Sichtbare Effekte soll es aber bereits im laufenden Geschäftsjahr geben, das im September endet. Konzernchef Peter Löscher kann hier jede Million gut gebrauchen, wackelt angesichts der sich zuspitzenden Wirtschaftslage doch die Gewinnprognose.

Mehr Einkauf in Billiglohnländern

Kux ist erst seit einem halben Jahr im Amt, doch sie kennt sich mit Einsparungen in der Beschaffung bestens aus. Zuvor arbeitete sie in der gleichen Position für den Konkurrenten Philips. Dort strich sie die 50.000 Lieferanten um ein Drittel zusammen, was für viel Unruhe sorgte.

Wie viele deutsche Lieferanten von den Streichplänen bei Siemens betroffen sein könnten, konnte der Siemens-Sprecher nicht beziffern. Doch gerade für sie sieht es nicht gut aus, denn Kux deutete an, dass sie verstärkt in Schwellenländern wie China einkaufen will. „Das müssen wir tun, um in den Wachstumsmärkten stärker vertreten zu sein und um uns dort mit einem niedrigeren Kostenniveau dem lokalen Wettbewerb zu stellen“, sagte Kux. Nur ein Fünftel der Beschaffung erfolgte bislang in diesen Regionen, obwohl Siemens 30 Prozent des Konzernumsatzes dort erzielt. Da gebe es Handlungsbedarf.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%