SPD-Chef besucht Hochtief: Gabriel, Zapatero, Perez - keine Achse für Hochtief

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Sinkende Hoffnung: Hochtief-Hauptquartier in Essen

von Harald Schumacher

Die Hochtief-Zentrale in Essen, Hort des Widerstands gegen die drohende Übernahme durch den spanischen ACS-Konzern, erwartet am Donnerstag einen prominenten Sympathisanten zu Besuch: SPD-Chef Sigmar Gabriel. Der kann aber weder in Berlin noch in Madrid viel ausrichten.

Das Hochtiefhaus ein paar hundert Meter hinterm Essener Hauptbahnhof ist sichtbar auf Krawall gebürstet. In den Fenstern rund um den Haupteingang des schlichten Vorkriegs-Baus kleben Plakate mit Totenköpfen und Särgen. „ACS no!“ ist da auf schrilles Orange gedruckt, oder „Wir lassen uns nicht ausplündern“.

Wenn übermorgen, am Donnerstag, SPD-Chef Sigmar Gabriel den Hort des Widerstandes in der Ruhrpott-Metropole besucht, werden Plakate und Trillerpfeifen und zornige Sätze es bis in die Hauptnachrichtensendungen schaffen und ganz Deutschland signalisieren, dass hier noch gehofft und gekämpft wird und die Spanier bleiben sollen, wo die Olive wächst.

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Aber was kann Gabriel wirklich tun? Ist die in Essen aufkommende Hoffnung realistisch, der SPD-Vorsitzende könne Einfluss nehmen auf den Lauf der Dinge, die sich gegen Hochtief verschworen haben? Gibt es tatsächlich eine Achse Gabriel-Zapatero-Perez und einen Wirkmechanismus, bei dem Gabriel einen Hebel bewegt und am Ende ACS-Chef Florentino Perez auf die sicher erscheinende, aber in Deutschland unerwünschte Mehrheitsübernahme verzichtet?

Mehrere Faktoren spielen dabei eine Rolle.

Einerseits: Besonders enge Beziehungen haben der deutsche und der spanische SPD-Chef bisher nicht gepflegt. Offensichtlich schätzt aber Gabriel den Genossen aus Madrid, der dort einen zunehmend schweren Stand hat. „Frau Merkel hat den Vorschlag des spanischen Regierungschefs Zapatero für eine gemeinsame europäische Wirtschaftspolitik brüsk zurückgewiesen“, beschwerte sich Gabriel vor einem halben Jahr über die Bundeskanzlerin.

Gleichzeitig wird Zapatero ein Interesse nachgesagt, bei der nächsten Europawahl 2014 zum Spitzenkandidaten der europäischen Sozialisten (SPE) gekürt zu werden – gegen den Deutschen Ober-Genossen geht da natürlich nichts. Und da beim SPE-Kongress Anfang Dezember in Warschau über das Verfahren entschieden wird – Mitgliederbefragung ja oder nein – steht die fern erscheinende Personalie durchaus schon auf der Tagesordnung.

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