Spekulation über Strategiewechsel: Will GM Opel nun doch behalten?

Spekulation über Strategiewechsel: Will GM Opel nun doch behalten?

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Magna-Steyr-Fabrik in Graz, Österreich: Medienberichten will Magna gemeinsam mit russischen Partnern bei Opel einsteigen

Kehrtwende im Opel-Poker: Mit vier Milliarden Dollar von der US-Regierung will General Motors Opel alleine sanieren, lautet das jüngste Gerücht. GM dementiert umgehend - nach der neuen Kommunikationsstrategie per Blogeintrag.

Lange hat sich General Motors (GM) über seine Interessen im Poker um Opel bedeckt gehalten. Während vor allem Politiker in Ländern mit Opel-Fabriken und die betroffenen Arbeitnehmervertreter jede neue Spekulation umgehend kommentierten, war von der amerikanischen Mutter meist wenig zu hören.

In dieser Woche ist GM in die Offensive gegangen: John Smith, der Chefunterhändler von GM, erläutert in seinem Unternehmensblog die Position des Unternehmens. Auch wenn der  Manager dort schreibt, das Unternehmen sei nicht festgelegt, hat er dort am Dienstag ziemlich deutlich Position gegen Magna bezogen.

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GM will Opel angeblich in Eigenregie sanieren

Das Angebot des Autozulieferers enthalte Punkte „die einfach nicht umgesetzt werden können“. Dabei geht es vor allem um Patentfragen und das Russlandgeschäft. Das Angebot des Finanzinvestors RHJ International (RHJI) hingegen habe eine „viel einfachere Struktur und wäre viel einfacher auszuführen“. Ein weiteres Argument dass die Präferenz für den Finanzinvestor begründen könnte: Nach einer erfolgreichen Sanierung könnte GM Opel - und damit letztlich den Großteil seines Europageschäftes - von RHJ zurückkaufen.

Das hat das Unternehmen bisher offiziell stets zurückgewiesen. Doch auch die jüngste Spekulation spricht dafür, dass GM inzwischen auh die positiven Seiten von Opel sieht und eine Trennung skeptischer beurteilt. Das neueste Gerücht: GM habe bei der US-Regierung einen Staatskredit über vier Milliarden Dollar beantragt und wolle Opel in Eigenregie sanieren. Das zumindest berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ und bezieht sich dabei auf Verhandlungskreise.

Doch die Amerikaner demntierten umgehend. „GM strebt nicht an, die Kontrollmehrheit bei Opel wiederzuerhalten“, schrieb Smith im GM-Blog. Das Unternehmen habe und werde auch nicht beim Finanzministerium nach Geld fragen.

Opel-Entscheidung am Montag?

Der hessische Ministerpräsident Roland Koch warf GM vor, eigene Interessen wichtiger zu nehmen als die Zukunftsfähigkeit von Opel Europa, etwa weil der US-Konzern selbst auf den russischen Markt strebe. „Wir sind nicht die Vollstrecker von amerikanischen Wünschen“, sagte Koch gegenüber mehreren Medien.

Regierungssprecher Ulrich Wilhelm sagte in Berlin, Merkels Wirtschaftsberater Jens Weidmann werde in dieser Woche mit Vertretern der US-Regierung in Washington über das Thema Opel sprechen.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur AP soll der GM-Verwaltungsrat am kommenden Montag darüber entscheiden, wer bei Opel den Zuschlag erhalten soll. Eine entsprechende Empfehlung werde der Bundesregierung übermittelt, erklärte eine mit den Verhandlungen vertraute Person in Detroit. GM-Boss Fritz Henderson und Magna-Chef Frank Stronach hatten sich am Dienstag getroffen, um über die Nutzung der Opel-Patente zu verhandeln.

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