Spielwaren: Lego steigt ins Geschäft mit Gesellschaftsspielen ein

Spielwaren: Lego steigt ins Geschäft mit Gesellschaftsspielen ein

Der Lego-Chef für Zentraleuropa will Deutschlands Spielzeugmarkt beleben – mit neuartigen Gesellschaftsspielen.

Die interne Konkurrenz war beinhart: Mit 80 unterschiedlichen Konzepten starteten die Kreativen der vier Lego Concept Labs, der Entwicklungsabteilungen des dänischen Spielwarenriesen. Am Ende stand fest: Ein Projekt wollten sie durchziehen und zur Marktreife bringen. Zwei Jahre lang tüftelten dann die Entwickler in München, im August vergangenen Jahres holten sie noch Deutschlands Spielepapst Reiner Knizia als Ideengeber. Der hatte 2008 das Kunststück geschafft, mit zwei Gesellschaftsspielen („Keltis“, „Wer war’s“) die wichtigsten Branchenpreise abzuräumen. Das Ergebnis der Zusammenarbeit stellt Lego an diesem Mittwoch auf der Spielwarenmesse in Nürnberg vor: Europas größter Spielwarenkonzern steigt ins Geschäft mit Gesellschaftsspielen ein.

Der traditionelle Spielzeugmarkt in Deutschland stagniert seit Jahren. 2008 rettete allein die letzte Kalenderwoche die Bilanz der Branche, die ihren Umsatz so immerhin noch um ein Prozent steigern konnte. Grund genug für Lego, neue Wachstumsfelder zu erschließen. „Wenn wir weiter wachsen wollen, müssen wir für unsere Marke die Grenzen des Segments der Konstruktionsspielzeuge sprengen“, sagt Dirk Engehausen, bei Lego verantwortlich für das Geschäft in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie in Südeuropa. Schon heute ist Lego mit einem Marktanteil von 13,4 Prozent Marktführer in Deutschland, der US-Konkurrent Mattel kommt nach Branchenangaben als Zweitplatzierter auf 9,7 Prozent. Doch anders als in den USA, wo Actionfiguren das Geschäft dominieren, seien Gesellschaftsspiele in Zentraleuropa die größte Kategorie, sagt Engehausen. „Wir wollen damit zugleich ein Signal an den stagnierenden Markt senden“, erklärt der Lego-Manager, „wir trauen uns was.“

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Im August bringt der Konzern daher erstmals Gesellschaftsspiele unter der Marke Lego in den Handel. Das Besondere: Die zehn Brettspiele, die zwischen 9,99 und 34,99 Euro kosten sollen, werden zunächst nach Lego-Art aus Noppensteinen zusammengebaut, bevor das eigentliche Spiel beginnen kann. Wer nach einigen Durchgängen Abwechslung braucht, kann das Spielfeld umbauen und entweder vorgegebene weitere Spielvarianten ausprobieren oder neue erfinden. Bis Ende des Jahres erwartet Engehausen für die neue Kategorie einen Umsatz „im einstelligen Millionenbereich“. 2010 sollen die Lego-Spiele weltweit auf den Markt kommen.

Die Spiele mit Namen wie „Ramses Pyramide“ sollen dazu beitragen, den Lego-Umsatz auch 2009 kräftig nach oben zu treiben. Trotz allgemeiner Krisenstimmung erwartet Engehausen in Deutschland, dem neben den USA wichtigsten Markt des Lego-Konzerns, bis zu zehn Prozent Wachstum. Gelungen ist ihm dies offenbar bereits im vergangenen Jahr.

Lego konnte den Absatz in Deutschland, Österreich und der Schweiz insgesamt kräftig steigern und legte beim Umsatz gegenüber dem Vorjahr wohl im hohen einstelligen Prozentbereich zu. Lego-Manager Engehausen: „Wir sind der einzige große Hersteller in Deutschland, der 2008 wachsen konnte.“

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