Spielwarenmesse: Puppen, Puzzles, Plüschtiere

Spielwarenmesse: Puppen, Puzzles, Plüschtiere

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Eine Mitarbeiterin des Plüschtier-Herstellers Steiff präsentiert das offiziell lizensierte "Flocke"-Eisbär-Plüschtier.

Zur weltgrößten Spielwarenschau in Nürnberg versuchen die Hersteller mit neuen Ideen auf dem schwierigen Markt zu punkten. Ein deutschlandweiter Kindertag soll Kunden locken, mehr Geschenke für die Kleinen zu kaufen.

Die Branche setzt mehr denn je auf den pädagogischen Wert von Spielzeug. Die Messe steht in diesem Jahr daher unter dem Motto „Spielend lernen“. Als weiterer großer Trend gilt der Einsatz von immer mehr Mikro-Elektronik im Spielzeug. Die Veranstalter erwarten rund 80 000 Fachbesucher aus mehr als 100 Nationen. Für die Allgemeinheit ist die Messe nicht zugänglich.

Der Spielwaren-Fachhandel will sich mit Schreibwaren, Schul- und Büroartikeln ein neues Geschäftsfeld erschließen. Umgekehrt soll Spielzeug künftig verstärkt auch zum Sortiment von Schreibwarengeschäften gehören. Eine entsprechende Kooperation stellten die Spielwarenverbände Vedes und Duo Schreib und Spiel vor. „Wir wollen neue Zielgruppen ansprechen und mehr Umsatz für die Händler gewinnen“, sagte Vedes-Chef Thomas Märtz.

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Von der Zusammenarbeit erhoffen sich Vedes und der Berliner Schreib- und Spielwarenverband Duo Schreib und Spiel Synergieeffekte und ein breiter aufgestelltes Angebot für etwa 1.500 Fachhändler, die sie in Zukunft gemeinsam betreuen. Der Duo-Geschäftsführer Hans-Jörg Iden sagte, man strebe eine langfristige Partnerschaft an.

Erst im Dezember hatten Vedes und der Hildesheimer Marketing- und Einkaufsverband Idee und Spiel bekannt gegeben, ihrer vor eineinhalb Jahren gegründeten Toy Alliance sei wegen „unterschiedlicher Unternehmensphilosophien“ gescheitert. Bei der neuen Kooperation stimme nun die Chemie, erklärte Iden. Für beide Unternehmen verlief das vergangene Geschäftsjahr erfolgreich: Vedes steigerte den Umsatz im Geschäft mit den Spielwarenhändlern um drei Prozent. Der Thekenumsatz verharrte jedoch mit 520 Millionen Euro auf dem Niveau des Vorjahres. Duo Schreib und Spiel erzielte einen Umsatz mit dem Handel von 138,6 Millionen und damit ein Plus um 10,3 Prozent. Für 2008 wird ein Wachstum um fünf Prozent angepeilt.

Der Modelleisenbahn-Hersteller Märklin will mit der Marke „Märklin Toys“ in die Kinderzimmer zurückkehren. Das schwäbische Unternehmen, dessen Produkte bisher vor allem Erwachsene ansprechen, wolle damit verstärkt wieder jüngere Kinder gewinnen, sagte Geschäftsführer Axel Dietz. „Im Jahr 2010 wollen wir mehr als zehn Prozent des Umsatzes mit unserer neuen Submarke erwirtschaften“, sagte Dietz. Erstmals seit rund zehn Jahren bringe Märklin damit wieder echtes Kinderspielzeug auf den Markt. Eine Zirkus-Themenwelt soll Kinder ab fünf Jahren für das Hobby Modelleisenbahn begeistern. „Das Produkt haben wir konsequent mit Kinderaugen gedacht“, sagte der Märklin-Chef. In den Spielwarenmarkt für ältere Kinder will Märklin mit dem webbasierten Agentenset „Spy Tec“ einsteigen. „Uns geht es darum, den Markennamen Märklin bei Kindern präsent zu machen“, sagte Dietz.

Aber auch ältere Modellbahn-Freunde sollen mit neuen Baureihen und einem neu entwickelten drahtlosen Videoübertragungssystem angesprochen werden. Ins laufende Jahr ist Märklin nach Worten des Firmenchefs mit einem Rekord-Auftragspolster von knapp 15 Millionen Euro gegangen, 60 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz stieg 2007 leicht auf 126 Millionen Euro. Das damals schwer angeschlagene Traditionsunternehmen aus dem schwäbischen Göppingen war vor knapp zwei Jahren von dem britischen Mittelstandsfonds Kingsbridge übernommen worden. Seitdem hatte es einen harten Sanierungskurs gefahren und deutsche Produktionsstandorte geschlossen. Nach der Übernahme des insolventen Nürnberger Gartenbahnherstellers Lehmann-Groß-Bahn (LGB) im vergangenen Jahr schloss Dietz weitere Zukäufe nicht aus. „LGB wird als Marke unter dem Firmennamen Märklin als Gartenbahn weitergeführt“, sagte der Firmenchef. Damit habe Märklin sein Sortiment um die einzige bisher noch fehlende Spurweite ergänzt.

Nach Angaben der Spielwarenhersteller leidet der Fachhandel darunter, dass sich das Geschäft sehr stark auf die Wochen vor Weihnachten konzentriert. Der Deutsche Verband der Spielwaren-Industrie (DVSI) will daher von diesem Jahr an den 1. Juni als „Kindertag“ in Deutschland etablieren. Ziel sei es, für die Branche zusätzliche Verkaufsimpulse außerhalb des Weihnachtsgeschäfts zu schaffen, sagte Verbandsjustiziar Ulrich Brobeil. „Es gibt den Muttertag und den Vatertag, warum also nicht auch den Kindertag?“, sagte Brobeil. Etwa 40 Unternehmen der Spielwarenindustrie beteiligen sich nach seinen Angaben bislang an der Initiative, die auch von dem Fernsehsender Super RTL unterstützt werde. Nach Worten von Verbandsgeschäftsführer Volker Schmid sind spürbare Umsatzeffekte vom „Kindertag“ aber erst in vier bis fünf Jahren zu erwarten.

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