Spionage-Skandal: Zwischenbericht zur Spitzelaffäre bei Deutscher Bank lässt Fragen offen

Spionage-Skandal: Zwischenbericht zur Spitzelaffäre bei Deutscher Bank lässt Fragen offen

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Josef Ackermann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank

Der Zwischenbericht zur Spitzelaffäre löst bei Betroffenen Irritationen aus.

Als vor zwei Monaten bekannt wurde, dass die Deutsche Bank Kritiker und Mitarbeiter ausspioniert hat, verkündete deren Chef Josef Ackermann, er setze sich „an die Spitze der Aufklärung“. Ein Zwischenbericht des Kreditinstituts von letzter Woche lässt bei den Beteiligten aber Fragen offen. So hat die Bank dem Leiter der deutschen Konzernsicherheit und dem Chef der Investor-Relations-Abteilung fristlos gekündigt, obwohl es nur bei den beauftragten Detekteien Anhaltspunkte für direktes Fehlverhalten gebe.

Die Nachforschungen hätten ergeben, dass beide ihre Kompetenzen überschritten hätten, heißt es im Umfeld der Bank.

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Bauernopfer und Intrigen?

Konzerninsider bezweifeln das jedoch und sehen in den Betroffenen „Bauernopfer“. So soll etwa die Ausforschung des kritischen Aktionärs Michael Bohndorf mit der Rechtsabteilung im Detail abgesprochen gewesen sein, heißt es in Bankkreisen. Unklar sei auch, was das Geldhaus den Detekteien konkret vorwirft. Auch deshalb hält sich das Gerücht, der Bericht solle den Aufsichtsratschef Clemens Börsig beschädigen, der als Ackermann-Gegner gilt.

Wegen der Affäre ermitteln das Regierungspräsidium in Darmstadt und die Staatsanwaltschaft Frankfurt. Ein Ergebnis wird in drei Wochen erwartet. Unabhängig davon läuft eine Sonderprüfung der Finanzaufsicht BaFin. Der im Auftrag der Deutschen Bank bespitzelte Ex-Aufsichtsrat Gerald Herrmann erwägt derweil juristische Schritte. „Nach Einsicht in meinen abgeschlossenen Berichtsteil werde ich über mein weiteres Vorgehen entscheiden“, sagt der Verdi-Funktionär, der sich enttäuscht über die Bank zeigt. „Die Einsichtnahme in die Aktenlage muss offenbar von mir aktiv betrieben werden“, sagt er. "Sonst höre und sehe ich von der Deutschen Bank nichts." Eine persönliche Entschuldigung von Ackermann stehe noch aus.

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